Die Band Beat The Waves wurde im Jahre
2001 von Sänger und Songwriter Marcel Sachsenröder ins
Leben gerufen. Im Herbst 2007 bringen die drei Jungs aus Wuppertal
nun ihr Debütalbum über Def-Riff/Soulfood in die
Läden.
Das Album heißt "Kids On The Street" und
versammelt 14 Songs die zwischen 2003 und 2007 geschrieben wurden.
Jetzt könnte man wunderbar sagen, daß sich das Songwriting
über die Jahre verändert hat, der Stil ausgefeilter wurde,
Prioritäten und Vorlieben sich gewandelt haben usw. Allerdings
scheint Abwechslung und Vielfalt bei Beat The Waves ohnehin
zum festen Programm zu gehören, also lassen wir das...
Auf ihrem Albumdebüt hat die Band
jedenfalls einige schöne Überraschungen aus dem Hut gezaubert.
Man hört einen Opernsänger, Schreibmaschinen, einen Kinderchor
und auch in Bezug auf Drumcomputer und Synthesizer scheinen die Jungs
keine Berührungsängste zu haben. An dieser Stelle muß
man jedoch anmerken, daß die Musik von Beat The Waves
trotzdem eher im bodenständigen, schnörkellosen Rock
verwurzelt ist. "Kids On The Street" versammelt
schmissig hingerotzte Rocksongs mit eingängigen Melodien und
zeitgemäßem Produktions-Schnick-Schnack. Hingebungsvoll
skizzieren die Wuppertaler die späten sechziger und siebziger
Jahre.
Jüngere Fans des Garagenrocks werden zwar Anleihen von The
Strokes, Kings Of Leon, Jet nicht von der Hand weisen wollen,
aber verglichen mit diesen Retro-Rock Bands kochen Beat The Waves
doch ihr eigenes Süppchen, da sie zu keinem Zeitpunkt mit Lo-Fi-Charme
oder dreckigem Sound liebäugeln. Hier macht sich dann der Abstecher
auf Eroc's Mastering Ranch am deutlichsten bezahlt, denn
dort wurden, so darf man vermuten, Gitarren-Geschrammel und ausgefeiltere
Arrangements mal ganz trocken, mal etwas vertrackter zusammengebracht.
So entstand eine extrem dynamische und Lautsprecher-freundliche Aufnahme.
Natürlich sind alle musikalischen Elemente irgendwo geklaut bzw.
hinlänglich bekannt, trotzdem haben Beat The Waves eine
erkennbare eigene Handschrift entwickelt. Kleine Überraschungen
und den vorhandenen Detailreichtum erleben jene, die mit etwas mehr
Aufmerksamkeit an dieses Album herangehen. Bei jedem Durchlauf taucht
der Hörer tiefer in die Strukturen der Songs ein, die einzelnen
Spuren wirken jedes Mal klarer und offenbaren zusätzliche Feinheiten.
Beat The Waves machen ihren Job gut, aber
nicht überragend. Beispielsweise legt sich die Stirn des Zuhörers
beim Song "Rust" ein wenig in Grübelfalten
und man fragt sich, ob für diesen Song vielleicht "Sailing"
(Rod Stewart bzw. Gavin Sutherland) Pate gestanden hat und ob
man sich diese Ähnlichkeit nicht hätte sparen können.
Dennoch, "Kids On The Street" ist charmant bodenständig,
die nötigen Details und Ideen sind gekonnt hineingefrickelt.
Marcel Sachsenröder klingt stellenweise nach Iggy Pop.
Für meinen ganz persönlichen Geschmack hätten die psychedelischen
Elemente noch ein wenig mehr Raum bekommen dürfen, das macht
aber insofern wenig, denn Beat The Waves haben auch so auf
ihrem Debüt einige ordentliche Rock-Kracher angesammelt.
[Marc Hendricks - PoprockUnion - 09/2007]
Mitglieder:
(Band Members)
- Marcel Sachsenröder (vocals, guitar), Dennis Möbus (bass), Felix Engel (drums)
Musikstil/-Genre:
(Musical Style/Genre)
- Indie-Rock, Rock
Vergleichbare Bands:
(Similar Artists)
- Rolling Stones, The Strokes, Mando Diao, Kings Of Leon, Caesars, Iggy Pop, The Dandy Warhols, Jet, Kula Shaker, The Seahorses
External Links:
- Beat The Waves (Offizielle Seite) oder Beat The Waves (Myspace)
Ausgewählte Diskographie:
(Selected Discography)
- Kids On The Street (LP, 2007)
Song-Empfehlungen:
- 1. Brian Jones
- 2. This Is The Way
- 3. Kids On The Street
- 4. Feed My Institution
- 5. Sunday Weaver

