Hier findet man alle unsere Album-Kritiken und Band-Reviews in seltsamer bzw. willkürlicher Reihenfolge. Der Genre-Mix umfaßt dabei Independent, New Wave, Britpop, C86, Postpunk, Shoegazer, Madchester Rave, Gothic Rock, aber auch noch andere Stile die heute nicht mehr ganz in unser Konzept passen.

 

Einer der vielen Hypes des Jahres 2005. Und gleichzeitig Teil des Hypes um die Nachahmer von Franz Ferdinand. Sie drohen darin unterzugehen, werden aber andererseits aus der Masse hervorgehoben. Ihr Debüt "A Certain Trigger" ist zumindest zu gut, um es des Hypes wegen nicht zu beachten. New-Wave-Pop in bester Form, keine Kompromisse, Füller oder Aussetzer in der Setlist.

Mew aus Dänemark hatten schon mehrere Alben aufgenommen, bevor sie im Jahre 2003 mit ihrem Album Frengers einen etwas härteren Sound anschlugen. Zuvor gerieten alle ihre Songs für meinen Geschmack etwas zu seicht, kitschig bzw. auch schwülstig, zumal die Stimme von Sänger (!) Jonas Bjerre keinerlei Anzeichen von überstandenem Stimmbruch aufzeigt. Gut, stimmlich hat sich zwar auch auf Frengers nicht viel getan, aber der Gitarren-Sound wurde insgesamt etwas härter und die Rhythmen sperriger.

moi Caprice Bandfoto

Wenn ich täglich zusehen muß, wie deutsche Hip-Hop bzw. Rapmusik medial überrepräsentiert wird, sich präsentiert oder präsentieren läßt, bekomme ich ganz schnell das Bedürfnis in eine Universitätsbibliothek zu flüchten, oder zumindest musikalische Abgrenzung zu betreiben. Manchmal denke ich auch wehmütig an Schweden, denn dort gibt es keinen Rap, habe ich mir sagen lassen. Dort beherrscht der gepflegte Indie-Pop die Charts, jedenfalls will ich das glauben. Und wo die Schweden etwas auf die Beine gestellt haben, wollen auch die Dänen ihren Teil abhaben, doofe Bandnamen inklusive, oder, um nicht ungerecht zu sein: die dänische Indie-Band moi Caprice könnte ich mir auch gut als schwedische Labrador -Veröffentlichung vorstellen.

Die Band Mother's Little Helpers kommt aus Berlin und hat mit ihrem neuen, im Januar 2007 auf All Around Music erscheinenden Album "Be Hip" eine Art Konzeptalbum zum Thema "Hipness" aufgenommen. Nun gut, ein richtig verschrobenes, zweistündiges, unzugängliches Spätwerk ist es zum Glück nicht geworden, aber es geht in einigen Songs irgendwie um das leidige Thema "hip werden", "hip sein" und wahrscheinlich "hip gewesen sein".

Ich muß zugeben, bisher konnte ich mit dieser Band aus Louisville, Kentucky, nicht ganz soviel anfangen. Ich kannte My Morning Jacket nur von einem Freund dessen Musikgeschmack ich zwar respektiere (Neil Young), aber nicht unbedingt teile. 1999 veröffentlichten sie mit "The Tenessee Fire" ihr Debut-Album, 2001 kam "At Dawn", das zweite Album. Von "It Still Moves" aus dem Jahre 2003 gefiel mir die Single "One Big Holiday", ohne mich aber näher mit dem gesamten Album zu beschäftigen.

My Sister Grenadine

Hinter My Sister Grenadine verbirgt sich der Berliner Gitarrist Vincenz Kokot , der u.a. auch Mitglied bei der Postrock-Band Polaroid Liquide ist. Im Juli erscheint das Album "Shine In The Dark" dieses Akustik-Projekts bei Solaris Empire und wir haben es uns angehört. Der Opener und Titelsong " Shine In The Dark " beginnt wie The Notwist bzw. beweist, wie man eine akustische Gitarre/Ukulele spannend zusammensamplen und sequenzieren kann.

Als Musik-Junkie wird man ja oft gefragt, ob Platte X von Band Y wirklich so gut ist wie alle sagen (und ich warte schon jetzt auf den Tag, an dem ich diesen Artikel ändern muß, weil gerade eine Band namens Y die Platte X veröffentlicht hat). Meistens ist die befragte Platte ja auch irgendwie gut, da man sich als Indie-Fan ja am liebsten in einem relativ geschmacksicheren Umfeld bewegt, der Zeitgeist das Übrige tut und man sich von Ignoranten schon mal gar kein Gespräch aufzwingen läßt. Aber ich schweife ab.

Wie kann man Oasis nicht für die beste Band der Welt halten, fragen die Fans. Wie kann man nur so arrogant sein, fragen die anderen. Ja, Oasis sind arrogant, geben Konzerte, bei denen man von vornherein weiß, dass sie schlecht sein werden und nur hoffen kann, dass Sänger Liam das Konzert nicht auch noch vorzeitig abbricht. Aber, verdammt, sie haben diese zwei ersten Alben - "Definitely Maybe" und "(What's The Story) Morning Glory" - vollbracht, möchte man sagen. Und damit sind sie in die Musikgeschichte eingegangen. Die meisten B-Seiten aus dieser Zeit sind um Längen besser, als vieles, was auf den letzten vier Alben gelandet ist (z. B. Talk Tonight, Aquiesce, The Masterplan, um nur drei zu nennen.)

Passend zum gefühlten Sommeranfang und gewissermaßen als melodiegeladenen Ostergruß, schickte uns Bastian Hager von I Hate Music Records das Albumdebüt von Pardon Ms. Arden. Das Erstlingswerk dieser jungen Münchner Band heißt "I Bet You're Pardon Ms. Arden" und erscheint im April 2007. Der ausführliche und blumig-wortgewaltige Infobrief der Plattenfirma sagt über diese Band, daß man diese drei Musiker ungestraft in die große Schublade mit bzw. zwischen Oasis und Mando Diao stecken darf.

Ich fange mal ganz behutsam an. Die kanadische Band Pilate hat genau zwei Alben herausgebracht, ihr Debütalbum mit dem Namen "Caught By The Window" und den Nachfolger "Sell Control For Life's Speed". Die kanadische Band Pilot Speed , die zuvor als Pilate bekannt wurde, hat genau ein Album herausgebracht. Dieser Longplayer heißt weltweit "Into The West" und ist eigentlich nicht anderes als die kanadische Pilate -CD " Sell Control... ", lediglich Cover-Artwork, Band- und Albumname haben sich geändert.

  • Doves

    Die englische Musikpresse ist ja dafür bekannt, daß man gerne mal bislang relativ unbekannte Künstler über den grünen Klee lobt um einen neuen Hype loszutreten. So geschehen auch mit den Doves aus Manchester und ihrem Album "The Last Broadcast", allerdings nicht zu Unrecht, denn hierbei handelt es sich wirklich um eine tolle Platte die sich nach mehrmaligem Hören erst so richtig entfaltet. Außerdem haben die Doves mit den Song "Pounding" den schönsten Indie-Konsens-Tanzfächenfüller des Jahres 2002 abgeliefert, was sie in Zukunft für noch größere Aufgaben qualifizieren dürfte.

     
  • Audioweb

    Audioweb eine Band aus Manchester die versuchte mit Dancehall und Reggae-Einflüssen den damaligen Britpop-Trend zu bereichern. Vergebens, wie wir heute wissen. Ihr größter Chart-Erfolg war die Cover-Version von Bankrobber (The Clash).

     
  • The Ordinary Boys

    Nachdem The Ordinary Boys auf ihrem Debut-Album "Over the Counter Culture" noch sehr Jam-lastig daher kamen (Maybe Someday , Talk Talk Talk , Week in, Week out), schlagen sie auf "Brassbound" ein wenig mehr die White-Ska -Richtung ein. Kurz gesagt, bei einigen Songs haben offensichtlich Madness und Specials Pate gestanden, was keine schlechte Verwandtschaft ist. Diese Entwicklung vollzog sich auch nicht ganz unvermittelt, da die Ordinary Boys bereits für ihr erstes Album die Cover-Version von "Little Bitch" ( The Specials ) aufnahmen.