Fad Gadget (alias Frank Tovey) war 1979 der erste Künstler auf dem heute weithin bekannten Mute Label (Depeche Mode, Erasure) und er gilt als richtungsweisend in Sachen elektronischer Musik. Mit seinen exzentrischen Bühnenshows und hart-düsteren Synthesizer-Klängen wurde Fad Gadget zur Kultfigur und kann als Vorläufer für Industrial und EBM angesehen werden. Fad Gadget machte nur sehr selten Zugeständnisse an die Hitparaden, ähnlich wie die Postpunk-Band Gang Of Four, mit denen Frank Tovey auch eine gewisse Grundhaltung teilte.

Als punkiger Marxist mit selbstzerstörerischen Charakterzügen schlug er auf sich und die Synthesizer ein und entlockte den Gerätschaften bisweilen sogar relativ einprägsame Melodien - selbstverständlich immer in einer rauhen, ungeschliffenen und unkonventionellen Art und Weise. Die Musik der Kunstfigur Fad Gadget war wie Depeche Mode ohne die Chart-Hits bzw. der Missing Link zwischen Pop und Avantgarde. Die Auftritte waren anarchistische Autoaggressionen in Kostümen und mit körperlichen Grausam- bzw. Geschmacklosigkeiten. 1984 legte Frank Tovey dann das Pseudonym Fad Gadget ab und damit auch die elektronische Musik. Im Jahre 2002 starb Frank Tovey an Herzversagen, nachdem er sich 2001 nochmal zu ein Comeback als Fad Gadget überreden ließ und im Vorprogramm der Depeche Mode-Tour auftrat.

[PoprockUnion 12/2002]


Bandmitglieder: Frank Tovey † (vocals, synthesizer)

Musikstil:  New Wave, Industrial-Punk-Electro-Disco, Pre-EBM

Vergleichbare Bands:  Cabaret Voltaire , Depeche Mode , The Normal, Front 242 , Gary Numan, Human League, DAF , Throbbing Gristle, Wire


Ausgewählte Diskographie:

Fireside Favourites (LP, 1980) 
Rag (LP, 1981)  
Under The Flag (LP, 1982)

Song-Empfehlungen:

1. Back to nature
2. Collapsing new people
3. Saturday Night Special
4. Ricky's Hand

  • Doves

    Die englische Musikpresse ist ja dafür bekannt, daß man gerne mal bislang relativ unbekannte Künstler über den grünen Klee lobt um einen neuen Hype loszutreten. So geschehen auch mit den Doves aus Manchester und ihrem Album "The Last Broadcast", allerdings nicht zu Unrecht, denn hierbei handelt es sich wirklich um eine tolle Platte die sich nach mehrmaligem Hören erst so richtig entfaltet. Außerdem haben die Doves mit den Song "Pounding" den schönsten Indie-Konsens-Tanzfächenfüller des Jahres 2002 abgeliefert, was sie in Zukunft für noch größere Aufgaben qualifizieren dürfte.

     
  • Audioweb

    Audioweb eine Band aus Manchester die versuchte mit Dancehall und Reggae-Einflüssen den damaligen Britpop-Trend zu bereichern. Vergebens, wie wir heute wissen. Ihr größter Chart-Erfolg war die Cover-Version von Bankrobber (The Clash).

     
  • The Ordinary Boys

    Nachdem The Ordinary Boys auf ihrem Debut-Album "Over the Counter Culture" noch sehr Jam-lastig daher kamen (Maybe Someday , Talk Talk Talk , Week in, Week out), schlagen sie auf "Brassbound" ein wenig mehr die White-Ska -Richtung ein. Kurz gesagt, bei einigen Songs haben offensichtlich Madness und Specials Pate gestanden, was keine schlechte Verwandtschaft ist. Diese Entwicklung vollzog sich auch nicht ganz unvermittelt, da die Ordinary Boys bereits für ihr erstes Album die Cover-Version von "Little Bitch" ( The Specials ) aufnahmen.