Bei der Verteilung von dämlichen Bandnamen haben die Llama Farmers den großen Wurf gelandet. Würden sie jetzt wenigstens Fun-Punk machen, dann könnte sich vielleicht irgendwann noch alles zum Guten wenden. So kommt erschwerend hinzu, daß die Llama Farmers auch noch aus England kommen, sich aber nicht einfach auf das Britpop-Konzept reduzieren lassen. Sie scheinen eher nach Amerika zu schauen, ohne einen klaren Stil zu bevorzugen.

Eine abwechslungsreiche Kost ist das Resultat, welches mit seinen Singles zwar breitbeinig daherkommt, aber oftmals seine dünnen Beinchen auf Albumlänge nur schwer verbergen kann. Die Llama Farmers veröffentlichten zwei Alben auf Beggars Banquet, Dead Letter Chorus (1999) und El Toppo (2001), wobei ersteres klar zu bevorzugen ist. Ihr größter Single-Hit war Yellow.

[PoprockUnion 02/2002]

 

Bandmitglieder:  Bernie Simpson (vocals), Jenni Simpson (bass), William Briggs (guitar), Brooke Rogers (drums)

Musikstil:  Indie-Rock, Alternative

Vergleichbare Bands:  Foo Fighters , Sugar, Lemonheads , Seafood, Dinosaur Jr. , Pavement, The Sound


Ausgewählte Diskographie:

Dead Letter Chorus (LP, 1999) 
El Toppo (LP, 2001)


Song-Empfehlungen:

1. Yellow
2. Note on the door
3. Always Echoes
4. Get the Keys and go
5. Big Wheels




  • Hurricane #1

    Zusammengefummelt aus Ride-Überresten, genauer gesagt dem Ex-Ride-Gitarristen Andy Bell, tischen Hurricane #1 Kurzlebiges anstelle von Kurzweiligem auf. Während man die Single-Auskopplungen durchweg noch als heiß bezeichnen kann, findet man auf den Alben durchweg nur noch kalten Kaffee.

     
  • Badly Drawn Boy

    Damon Gough, der Mann hinter Badly Drawn Boy trägt ständig eine Wollmütze welche ihm irgendwie eine mystische Aura verleiht. Anders ist es nicht zu erklären, denn er wirkt mit dieser Mütze so zerbrechlich und ehrlich, daß man ihm ungesehen einen Unfallwagen zum Neupreis abkaufen würde. Glücklicherweise verkauft der Badly Drawn Boy harmonisch-melancholische Popmusik, wie sie nur in England erfolgreich gemacht wird.

     
  • EMF

    EMF kamen zu jener Zeit (1991) als gerade der Madchester/Rave-Ausverkauf begann. Möglicherweise waren sie auch selber schon die Vorboten des Sell-Out, da sie wie eine gecastete Boyband wirkten. Trotzdem konnten sie ein paar große Charterfolge feiern und gerade der Überhit "Unbelievable" wird immer die Hymne des Rave-Musikphänomens bleiben.