Mew aus Dänemark hatten schon mehrere Alben aufgenommen, bevor sie im Jahre 2003 mit ihrem Album Frengers einen etwas härteren Sound anschlugen. Zuvor gerieten alle ihre Songs für meinen Geschmack etwas zu seicht, kitschig bzw. auch schwülstig, zumal die Stimme von Sänger (!) Jonas Bjerre keinerlei Anzeichen von überstandenem Stimmbruch aufzeigt. Gut, stimmlich hat sich zwar auch auf Frengers nicht viel getan, aber der Gitarren-Sound wurde insgesamt etwas härter und die Rhythmen sperriger.

So haben Mew dann auch ein paar ihrer alten Songs in neuen Versionen eingespielt, was den musikalischen Wandel sehr schön dokumentiert. Wer sich also mit der Stimme anfreunden kann, der wird auch von Frengers nicht enttäuscht werden, zumal der Song "Comforting Sounds" immerhin vom NME zur Single of the Week gekürt wurde. Wer jetzt jedoch rohen Punkrock von Mew erwartet, der muß schon vor den teilweise recht bombastisch produzierten Hymnen gewarnt werden, denn ganz haben sie ihre Vergangenheit nun doch nicht abgelegt. Mit dem neuen Album "Mew And the Glass Handed Kites" (2005) gibt es jetzt aber erstmal ein schönes Art-PopRock-Konzept-Album, gerade so als ob man mit Frengers musikalisch schon alles erreicht hätte. Was natürlich stimmt, aber kaum jemand gemerkt hat. Tolle exzentrische Band, sehr gute Alben, schwer einzuordnen, aber ein wenig Shoegazing ist schon dabei und Mansuns Six kann auch als grober Anhaltspunkt dienen.

[PoprockUnion 06/2005]


Bandmitglieder:  Jonas Bjerre (vocals, guitar), Bo Madsen (guitar), Johan Wohlert (bass), Silas Graae (drums)

Musikstil:  Indie-Rock, Indie-Pop, Art-Kraut-Rock, Shoegazer

Vergleichbare Bands:  Mansun, JJ72 , Radiohead, Adorable , Ride, Slowdive


Ausgewählte Diskographie:

Frengers (LP, 2003) 
Mew And The Glass Handed Kites (LP, 2005)


Song-Empfehlungen:

1. Am I Wry?
2. Comforting Sounds
3. Snow Brigade
4. Special
5. Mica (New Version)
6. Apocalypso




  • Doves

    Die englische Musikpresse ist ja dafür bekannt, daß man gerne mal bislang relativ unbekannte Künstler über den grünen Klee lobt um einen neuen Hype loszutreten. So geschehen auch mit den Doves aus Manchester und ihrem Album "The Last Broadcast", allerdings nicht zu Unrecht, denn hierbei handelt es sich wirklich um eine tolle Platte die sich nach mehrmaligem Hören erst so richtig entfaltet. Außerdem haben die Doves mit den Song "Pounding" den schönsten Indie-Konsens-Tanzfächenfüller des Jahres 2002 abgeliefert, was sie in Zukunft für noch größere Aufgaben qualifizieren dürfte.

     
  • Audioweb

    Audioweb eine Band aus Manchester die versuchte mit Dancehall und Reggae-Einflüssen den damaligen Britpop-Trend zu bereichern. Vergebens, wie wir heute wissen. Ihr größter Chart-Erfolg war die Cover-Version von Bankrobber (The Clash).

     
  • The Ordinary Boys

    Nachdem The Ordinary Boys auf ihrem Debut-Album "Over the Counter Culture" noch sehr Jam-lastig daher kamen (Maybe Someday , Talk Talk Talk , Week in, Week out), schlagen sie auf "Brassbound" ein wenig mehr die White-Ska -Richtung ein. Kurz gesagt, bei einigen Songs haben offensichtlich Madness und Specials Pate gestanden, was keine schlechte Verwandtschaft ist. Diese Entwicklung vollzog sich auch nicht ganz unvermittelt, da die Ordinary Boys bereits für ihr erstes Album die Cover-Version von "Little Bitch" ( The Specials ) aufnahmen.