"Logic Will Break Your Heart" - Die Logik der Welt, der Druck der Gesellschaft, wie sie funktioniert - wenn du mal groß bist, das realisierst und zu spüren kriegst, dann wird es dir das naive Herz brechen. Darum geht es auf dem Debüt von The Stills aus dem Jahre 2003. Und deshalb zieht sich auch Melancholie wie ein roter Faden durch die Songs der Kanadier. Indie-Pop vom Feinsten, Marke zum-sofort-und-für-immer-lieben oder weichgespült - je nach Geschmack.

Die eingängige Pathos-Stimme dazu gehört Tim Fletcher. Songwriter Dave Hamelin, der eigentlich Drummer der Band war, ist inzwischen etwas mehr ins Rampenlicht gerückt, da er auf die praktischere Gitarre umstieg. Nach einem relativ kurzen Gastspiel von Colin Brooks, ist Julien Blais nun der neue Drummer der Stills. 2006 endlich ein neues Album. Nach neuesten Angaben der Band soll das gute Stück "Without Feathers" heissen, sich musikalisch ein wenig vom Vorgänger abgrenzen, dessen Cover noch mit Federn gesprenkelt war: Trotzdem sind The Stills doch ihrem Sound, Produzenten Gus Van Go, dem Studio in Brooklyn und ihrem Indie-Label Vice Recordings treu geblieben, bei dem unter anderem auch Death From Above 1979, The Streets, Bloc Party und Panthers unterschrieben haben.

[Juliane Ried]


Bandmitglieder:  Tim Fletcher (vocals, guitar), Dave Hamelin (vocals, guitar), Liam O'Neil (keyboards), Oliver Corbeil (bass), Julien Blais (drums)

Musikstil:  Indie Rock, Neo-Postpunk

Vergleichbare Bands:  Interpol , Athlete , Nada Surf , Phoenix


Ausgewählte Diskographie:

Logic Will Break Your Heart (LP, 2003) 
Without Feathers  (LP, 2006)  
Oceans Will Rise  (LP, 2008)


Song-Empfehlungen:

1. Fevered
2. Gender Bombs
3. Love And Death
4. Still In Love Song
5. Lola Stars And Stripes







  • Doves

    Die englische Musikpresse ist ja dafür bekannt, daß man gerne mal bislang relativ unbekannte Künstler über den grünen Klee lobt um einen neuen Hype loszutreten. So geschehen auch mit den Doves aus Manchester und ihrem Album "The Last Broadcast", allerdings nicht zu Unrecht, denn hierbei handelt es sich wirklich um eine tolle Platte die sich nach mehrmaligem Hören erst so richtig entfaltet. Außerdem haben die Doves mit den Song "Pounding" den schönsten Indie-Konsens-Tanzfächenfüller des Jahres 2002 abgeliefert, was sie in Zukunft für noch größere Aufgaben qualifizieren dürfte.

     
  • Audioweb

    Audioweb eine Band aus Manchester die versuchte mit Dancehall und Reggae-Einflüssen den damaligen Britpop-Trend zu bereichern. Vergebens, wie wir heute wissen. Ihr größter Chart-Erfolg war die Cover-Version von Bankrobber (The Clash).

     
  • The Ordinary Boys

    Nachdem The Ordinary Boys auf ihrem Debut-Album "Over the Counter Culture" noch sehr Jam-lastig daher kamen (Maybe Someday , Talk Talk Talk , Week in, Week out), schlagen sie auf "Brassbound" ein wenig mehr die White-Ska -Richtung ein. Kurz gesagt, bei einigen Songs haben offensichtlich Madness und Specials Pate gestanden, was keine schlechte Verwandtschaft ist. Diese Entwicklung vollzog sich auch nicht ganz unvermittelt, da die Ordinary Boys bereits für ihr erstes Album die Cover-Version von "Little Bitch" ( The Specials ) aufnahmen.