Bei uns erscheint das We Are Scientists Major-Debüt "With Love and Squalor" erst im März 2006 - etwas spät könnte man jetzt meinen. Ganz passend heißt dann auch ein Titel "This Scene is Dead". Trotzdem ist dieses Album uneingeschränkt empfehlenswert für all diejenigen, die einfach alles haben wollen, oder für Indie-Fans, denen noch ein 36-Minuten-Ritt durch die Post-Punk-Hits des Jahres 2005 in der Sammlung fehlt. Der Song "Worth the Wait" klingt wie Hot Hot Heat, der Rest liegt irgendwo zwischen Maximo Park, Bloc Party und The Killers.

Mit treibendem Rhythmus und ausreichend Punk-Pop-Adrenalin reiht sich Indie-Club-Kracher an Indie-Club-Kracher. Insgesamt ein Album ohne schlechten Song oder unausgegorene Füllstoffe. Dennoch spürt man die Frage in sich aufkeimen wie oft man das Nachgemachte und das gut nachgemacht Nachgemachte denn unbedingt noch einmal ganz gut nachmachen muß? Unersättliche Post-Post-Punk-Konsumenten werden sagen, genau einmal noch und zwar für We Are Scientists aus Brooklyn, New York City. Update: Ende 2006 sind die Scientists dann nochmal in ihr altes Songarchiv hinabgestiegen, denn man muß das New Wave/Postpunk-Eisen ja schmieden, solange es noch glüht. Dabei herausgekommen ist die B-Seiten und Coversong-Sammlung "Crap Attack", die mit einigen netten und ungewöhnlichen Momenten aufwartet. Im Jahr 2008 haben We Are Scientists ihr bislang letztes Album "Brain Thrust Mastery" vorgelegt, welches die ehemals dominanten Indierock-Momente zu oft in Richtung 80er-Jahre-Wavepop verläßt - was leider nicht immer funktioniert. Sollte dieser Umstand der Tatsache geschuldet sein, daß zuvor Drummer Michael Tapper die Band verließ, dann hoffen wir inständig auf schnellen Ersatz.

[PoprockUnion - 02/2006-10/2008]

 

Bandmitglieder:  Keith Murray (vocals, guitar), Chris Cain (bass), Michael Tapper (drums)

Musikstil:  Indierock, New Wave/Neo-Postpunk

Vergleichbare Bands:  The Departure , Maxïmo Park , Arctic Monkeys , The Killers, Bloc Party, Devo , Hot Hot Heat


Ausgewählte Diskographie:

Safety, Fun, And Learning (In That Order) (LP, 2002) 
With Love And Squalor (LP, 2006)  
Crap Attack (LP, 2006)  
Brain Thrust Mastery (LP, 2008)


Song-Empfehlungen:

1. Nobody Move, Nobody Get Hurt
2. The Great Escape
3. Lousy Reputation
4. This Scene is Dead
5. Can't lose
6. After Hours
7. Impatience


  • Doves

    Die englische Musikpresse ist ja dafür bekannt, daß man gerne mal bislang relativ unbekannte Künstler über den grünen Klee lobt um einen neuen Hype loszutreten. So geschehen auch mit den Doves aus Manchester und ihrem Album "The Last Broadcast", allerdings nicht zu Unrecht, denn hierbei handelt es sich wirklich um eine tolle Platte die sich nach mehrmaligem Hören erst so richtig entfaltet. Außerdem haben die Doves mit den Song "Pounding" den schönsten Indie-Konsens-Tanzfächenfüller des Jahres 2002 abgeliefert, was sie in Zukunft für noch größere Aufgaben qualifizieren dürfte.

     
  • Audioweb

    Audioweb eine Band aus Manchester die versuchte mit Dancehall und Reggae-Einflüssen den damaligen Britpop-Trend zu bereichern. Vergebens, wie wir heute wissen. Ihr größter Chart-Erfolg war die Cover-Version von Bankrobber (The Clash).

     
  • The Ordinary Boys

    Nachdem The Ordinary Boys auf ihrem Debut-Album "Over the Counter Culture" noch sehr Jam-lastig daher kamen (Maybe Someday , Talk Talk Talk , Week in, Week out), schlagen sie auf "Brassbound" ein wenig mehr die White-Ska -Richtung ein. Kurz gesagt, bei einigen Songs haben offensichtlich Madness und Specials Pate gestanden, was keine schlechte Verwandtschaft ist. Diese Entwicklung vollzog sich auch nicht ganz unvermittelt, da die Ordinary Boys bereits für ihr erstes Album die Cover-Version von "Little Bitch" ( The Specials ) aufnahmen.