Wem die musikalische Grundversorgung mit zwei Interpol-Alben nicht ausreicht, der kann seit dem 25. Juli 2005 auch zum Editors-Album "The Back Room" greifen. Die Editors, wohlgemerkt ohne vorangestelltes "The", kommen aus Birmingham und dürfen deshalb als die englische Antwort auf Interpol angesehen werden, denn nicht nur stimmlich erinnert so einiges an die erfolgreichen New Yorker.

Treibende Rhythmen, Melancholie, Gitarrenwände, Verzweiflung und die obligatorischen Synthesizer-Flächen machen ihr Debüt-Album zu einer mehr als guten Kopie eines noch besseren Originals. Minuspunkte kann es also nur in bezug auf mangelnde Eigenständigkeit geben, aber gut kopiert ist ja immernoch besser als schlecht selber gemacht. Produziert wurde das Album von Jim Abbiss (Placebo, Kasabian, Ladytron), veröffentlicht auf Keith Armstrongs Kitchenware Records, einem ehemaligen britischen Label-Urgestein. Die Singles "Munich", "Blood" und "Bullets" schafften allesamt die UK-Top40-Hürde.


[PoprockUnion 04/2007]

Bandmitglieder: Tom Smith (vocals), Chris Urbanowicz (guitar), Russell Leetch (bass), Ed Lay (drums)
     

Musikstil: Gothic, Postpunk-Revival
     

Vergleichbare Bands: Interpol, Echo & The Bunnymen, Gary Numan, Psychedelic Furs, The Killers, The Bravery, Kitchens Of Distinction, She Wants Revenge
 

Ausgewählte Diskographie:

The Back Room (LP, 2005)
An End Has A Start (LP, 2007)
In This Light And On This Evening (LP, 2009)
     

Song-Empfehlungen:


1. Bullets
2. Munich
3. Blood
4. All Sparks
5. Smokers Outside The Hospital Doors
6. Papillon

  • And Also The Trees

    Eine zeitlose Band bzw. auch eine Band mit wenig Zeitgefühl, denn normalerweise müßten sich And Also The Trees schon längst aufgelöst haben. Es gibt nämlich nicht viele Bands die seit mehr als 25 Jahren relativ erfolglos Musik machen. Die düster-romantischen Klangwände von AATT lassen dabei erahnen, daß sich die Fangemeinde vor allem aus dem Gothic-Lager rekrutieren dürfte. Auf den großen Durchbruch müssen Fans und Band also noch ein paar Jahrzehnte warten.

     
  • A

    Sie klingen nicht wie eine typische Rockband von der Insel, es sei denn man will die zahlreichen Britpop-Bands unbedingt mit Vergleichen zu Terrorvision, frühen Manic Street Preachers oder Reef umschiffen.  Nein, auf ihrem 1999er Album "A vs. Monkey Kong" klingen sie eher nach Everclear, Lit oder Goldfinger. Kurzum, Pop-Punk mit kurzem Verfallsdatum.

     
  • Air

    Zugegeben, hier schlägt das Poprock-Pendel weit in Richtung des Pop aus. Leichte Synthesizer-Melodien, -Flächen, -Chöre, Vocoder, unaufdringliche Jazz-Elemente, zarter Gesang von ausgeliehenen Sängerinnen. Alles in allem, sehr unaufdringlich und der Erfolg des Albums "Moon Safari" beweist wie wenig Leute ihre musikalische Prägung von einem Fahrstuhl erhalten haben. Ansonsten würde ihnen nämlich diese Musik zum Hals raushängen.