Acorn Falling ist eigentlich ein Solo-Projekt des Kopenhagener Musikers Lars Kivig. Durch Mithilfe von zahlreichen Gastmusikern hat Acorn Falling ein recht umfangreiches Line-Up für das zweite Album um sich geschart. Darunter so bekannte Namen wie Thomas Wydler von den Bad Seeds, Peter Principle von Tuxedomoon, John Contreras von Current 93 oder Zef Noise von Bauhaus bzw. Peter Murphy. Dabei herausgekommen ist "2nd Plateau Of Normalcy", ein Album mit düster-melancholischen Soundgewölben.

Im Gegensatz zum Vorgängeralbum "Cabinet of Curiosities" bietet das neue Album auch Gesang, wodurch Lars Kivigs experimentelle Klangwelten etwas an Zugänglichkeit gewinnen.
Insgesamt betrachtet ist "2nd Plateau Of Normalcy" ein ruhiges, melancholisches, stetig fließendes Konglomerat mit atmosphärisch dichter Musik. Das Album vermischt wohlige Instrumentals und Stücke mit eindringlichem Gesang. Filigrane Melodien von atemberaubender Schönheit und kammermusikalischer Intimität stehen einer dunkel-schillernden Pop-Melodramtik gegenüber, die manchmal beängistend unter der Oberfläche brodelt, aber niemals wirklich ausbricht.
Die zeitlosen Kompositionen mit dezenter Elektronik und vielen klassischen Instrumenten (Cello, Bratsche, Saxophon) lassen gerade durch die sehr persönliche, ergreifende, manchmal schwer bedrückende Atmosphäre viele Bilder im Kopf entstehen, wecken starke Gefühle oder erinnern an solche. Eine Musik die Wirkung erzielt und schwer einzuordnen ist. Man denkt bei Acorn Falling unweigerlich an Filmmusik, Sigur Rós, an Dead Can Dance ohne Lisa Gerrard oder Future Sound of London ohne Elektronik. Ein Album für ruhige Stunden dunkler Romantik. Als Anspieltipps aus Lars Kivigs "2nd Plateau Of Normalcy" empfehlen wir die Songs "Cliffhangers Hymn" oder auch "The Constrictor".

  • Strip Music

    Zugegeben, mit dem Bandnamen Strip Music kann ich mich nicht richtig anfreunden, dafür ist ihr neues Album " Hollywood & Wolfman " aber große Klasse. Eigentlich hatte ich diese Mischung aus Gothic-Rock und Dark-Wave irgendwann in den 90er Jahren aus den Augen verloren. Wohlmöglich wegen der damals nachlassenden Synth-Pop bzw. EBM-Ausrichtung und den zunehmenden Einflüssen des Gothic-Metals und Post-Industrials.

     
  • Einstürzende Neubauten

    Daraus werde ich nicht richtig schlau, machten die Einstürzenden Neubauten ursprünglich eher Lärm unter dem Deckmantel der Kunst oder vielleicht doch eher Kunst unter dem Deckmantel des Lärms? Jedenfalls sind die Einstürzenden Neubauten im Verlauf ihrer Karriere soweit gekommen, daß die bloßen Geräusche von damals mittlerweile zu Beiwerk in konventionelleren Songstrukturen geworden sind.

     
  • Babybird

    Stephen Jones, alias Babybird, ein Sänger und Songwriter aus dem Vereinten Königreich, genauer gesagt aus Sheffield. Er stürmte 1996 in die britische Top-Ten (genau, Britpop-Sellout läßt grüßen) mit dem tollen Titel "You're gorgeous".
    Zuvor hatte Stephen Jones aber schon in Eigenregie und per Homerecording ganze 4 Alben aufgenommen.