Acorn Falling ist eigentlich ein Solo-Projekt des Kopenhagener Musikers Lars Kivig. Durch Mithilfe von zahlreichen Gastmusikern hat Acorn Falling ein recht umfangreiches Line-Up für das zweite Album um sich geschart. Darunter so bekannte Namen wie Thomas Wydler von den Bad Seeds, Peter Principle von Tuxedomoon, John Contreras von Current 93 oder Zef Noise von Bauhaus bzw. Peter Murphy. Dabei herausgekommen ist "2nd Plateau Of Normalcy", ein Album mit düster-melancholischen Soundgewölben.

Im Gegensatz zum Vorgängeralbum "Cabinet of Curiosities" bietet das neue Album auch Gesang, wodurch Lars Kivigs experimentelle Klangwelten etwas an Zugänglichkeit gewinnen.
Insgesamt betrachtet ist "2nd Plateau Of Normalcy" ein ruhiges, melancholisches, stetig fließendes Konglomerat mit atmosphärisch dichter Musik. Das Album vermischt wohlige Instrumentals und Stücke mit eindringlichem Gesang. Filigrane Melodien von atemberaubender Schönheit und kammermusikalischer Intimität stehen einer dunkel-schillernden Pop-Melodramtik gegenüber, die manchmal beängistend unter der Oberfläche brodelt, aber niemals wirklich ausbricht.
Die zeitlosen Kompositionen mit dezenter Elektronik und vielen klassischen Instrumenten (Cello, Bratsche, Saxophon) lassen gerade durch die sehr persönliche, ergreifende, manchmal schwer bedrückende Atmosphäre viele Bilder im Kopf entstehen, wecken starke Gefühle oder erinnern an solche. Eine Musik die Wirkung erzielt und schwer einzuordnen ist. Man denkt bei Acorn Falling unweigerlich an Filmmusik, Sigur Rós, an Dead Can Dance ohne Lisa Gerrard oder Future Sound of London ohne Elektronik. Ein Album für ruhige Stunden dunkler Romantik. Als Anspieltipps aus Lars Kivigs "2nd Plateau Of Normalcy" empfehlen wir die Songs "Cliffhangers Hymn" oder auch "The Constrictor".

  • Hot Hot Heat

    Nachdem die Kanadier von Hot Hot Heat mit der tollen Single "Bandages" und dem Album "Make Up The Breakdown" (2003) schlagartig bekannt geworden sind, nöhlt Frontmann Steve Bays einem 2005 mit dem Album "Elevator" einen ganzen Stapel Nachfolgehits in die Ohren. Gut für die Indie-Tanzfläche und durchaus gelungen, genauso wie der Vorgänger, aber auf Albumlänge überfordert mich der hysterische Gesang, gepaart mit der hektischen Rhythmik, doch ein wenig.

     
  • Steep

    Plattenfirmen fahren nur dann längerfristige Gewinne ein, wenn sie Bands herausbringen bzw. produzieren, die auch dauerhaft präsent sind und künstlerisches Potential offenbaren. Selbsternannte Retortencombos mit immer kürzeren Halbwertszeiten stehen aber dort auf den Plänen zur Bedarfserfüllung. Deshalb darf man sich auch nicht wundern, daß die Musikindustrie in den letzten Jahren immer größere Verluste bejammert und junge, ehrgeizige Bands wie Steep aus München bereits ihr drittes, selbstproduziertes Album im Eigenvertrieb veröffentlichen müssen.

     
  • Fad Gadget

    Fad Gadget (alias Frank Tovey) war 1979 der erste Künstler auf dem heute weithin bekannten Mute Label (Depeche Mode, Erasure) und er gilt als richtungsweisend in Sachen elektronischer Musik. Mit seinen exzentrischen Bühnenshows und hart-düsteren Synthesizer-Klängen wurde Fad Gadget zur Kultfigur und kann als Vorläufer für Industrial und EBM angesehen werden. Fad Gadget machte nur sehr selten Zugeständnisse an die Hitparaden, ähnlich wie die Postpunk-Band Gang Of Four, mit denen Frank Tovey auch eine gewisse Grundhaltung teilte.