Daraus werde ich nicht richtig schlau, machten die Einstürzenden Neubauten ursprünglich eher Lärm unter dem Deckmantel der Kunst oder vielleicht doch eher Kunst unter dem Deckmantel des Lärms? Jedenfalls sind die Einstürzenden Neubauten im Verlauf ihrer Karriere soweit gekommen, daß die bloßen Geräusche von damals mittlerweile zu Beiwerk in konventionelleren Songstrukturen geworden sind.

Genauer gesagt, auch ein absoluter Laie würde die Einstürzenden Neubauten heutzutage im musikalischen Bereich einordnen und nicht mehr spontan denken, daß ein Kubikmeter Alteisen gerade die Kellertreppe herunterfällt.

[PoprockUnion 04/2001]

Bandmitglieder:  Blixa Bargeld (vocals), Alexander Hacke (guitar), Mark Chung (bass), FM Einheit (drums)

Musikstil:  Industrial

Vergleichbare Bands:  Cabaret Voltaire , Die Krupps , Fad Gadget , Bauhaus


Ausgewählte Diskographie:

Kollaps (LP, 1981)
Zeichnungen des Patienten O.T. (LP, 1983)  
Halber Mensch (LP, 1985)  
Fünf auf der nach oben offenen Richterskala (LP, 1987)  
Haus der Lüge (LP, 1989)  
Tabula Rasa (LP, 1993)

Song-Empfehlungen:

1. Yü-Gung
2. Haus der Lüge
3. Sand
4. Feurio!
5. Stella Maris
6. Das Schaben




  • The Maccabees

    Manchmal sind mir britische Bands auf Anhieb sympathisch. OK, ertappt, Stammleser wissen natürlich, daß mir britische Bands immer irgendwie sympathisch sind, aber es gibt auch für mich noch Steigerungsmöglichkeiten. Zum Beispiel The Maccabees, da wußte ich sofort nach dem erstmaligen Hören von "Latchmere", daß das Album unbedingt gekauft werden muß. Und auch wenn die CD musikalisch eine kleine Enttäuschung geworden wäre, so wäre gleichermaßen klar, daß ich der Stimme und den Geschichten von Sänger Orlando Weeks trotzdem stundenlang zuhören könnte. Eine Stimme die den Zuhörer gefangen nimmt und in den Song hineinzieht, ein stimmliches Bermudadreieck zwischen Paul Weller (The Jam), Paul Smith (Maximo Park) und Feargal Sharkey (The Undertones).

     
  • Athlete

    Mit ihrem Debüt-Album "Vehicles & Animals" hat die Londoner Band Athlete direkt einen zeitlosen Britpop-Klassiker abgeliefert. Das ist aber nicht ganz so positiv wie es klingt, denn seit 1997 wissen wir ja, daß Britpop keineswegs zeitlos ist. Es bleibt also manchmal ein etwas fader Beigeschmack bei diesem altem Wein in neuen Schläuchen. Oder anders formuliert, zu wenig Flaming Lips und Beta Band hier, zuviel Space und Eskobar dort.

     
  • Astrid

    Astrid hieß die Freundin des fünften Beatle "Stuart Sutcliffe" und dies war wohl Grund genug für die schottische Band Astrid eben diesen Namen als Bandbezeichnung auszuwählen. Selbstverständlich eine dumme Idee, denn niemand denkt bei Astrid an schönen Indie-Pop, zumal im Vereinten Königreich auch noch eine Sängerin mit diesem Namen herumgeistert. Falls diese im Oktober 2004 noch aktiv sein sollte, dann hat der klügere und bessere Act nachgegeben...