Um eines gleich vorab klarzustellen, die Electric Six sind eigentlich Amerikaner, wurden aber frühzeitig von England, den britischen Charts und der dortigen Presse adoptiert. Genauer formuliert, die Amis haben den Witz nicht verstanden und der NME hat mal wieder das nächste große Ding gewittert. So beschreibt der NME ihren Stilmix dann auch ganz innovativ als Discopunk und man denkt unweigerlich an Sigue Sigue Sputnik aus den 80ern und muß gähnen.

Allerdings sind die Electric Six viel witziger als die vorher genannten und so schlecht wie diese, sind sie auch nicht. Trotzdem muß einmal in dieser kurzen Beschreibung noch das Wort "Hype" erwähnt werden, denn brachiale Gitarren gepaart mit einem Disco-Beat, Synthi und Funk-Bassläufen darf man sicherlich nur als kurzfristig originell einstufen.

[PoprockUnion 12/2004]

 

Bandmitglieder:  Dick Valentine (vocals), Johnny Na$hinal (guitar), Tait Nucleus (keyboard), The Colonel (guitar), Frank Lloyd Bonaventure (bass), M (drums)

Musikstil:  Disco-Punk, Indie-Rock, Dance-Rock

Vergleichbare Bands:  The Faint, Pink Grease, Radio 4, The Killers, Carter USM , Campag Velocet, Kasabian


Ausgewählte Diskographie:

Fire (LP, 2003) 
Senor Smoke (LP, 2005)  
Switzerland (LP, 2006)  
I Shall Exterminate Everything Around Me... (LP, 2007)  
Flashy (LP, 2008)


Song-Empfehlungen:

1. Danger! (High Voltage)
2. Gay Bar
3. Radio Ga Ga
4. Dance Commander   5.





  • Gene Loves Jezebel

    Gothic-Rock-Formation um die Zwillingsbrüder Jay und Michael Aston. In den 80er Jahren waren Gene Loves Jezebel immer auf den vordersten Plätzen der englischen Indie-Charts zu finden, da sie mit den anderen Bands auf Situation Two/Beggars Banquet auch in das passende Label-Umfeld eingebettet waren. Insgesamt zwar atmosphärisch dicht, aber nicht unbedingt so düster wie beispielsweise die Fields Of The Nephilim.

     
  • Future Sound Of London

    Wie der Name schon verrät, sind FSOL ein zukunftsweisendes musikalisches Projekt aus Großbritannien. Mit Samplern und allerhand anderen elektronischen Gerätschaften erschaffen Gary Cobain und Brian Dougans auf ihren Konzeptalben sehr komplexe Klangwelten, die eigentlich nur im Gesamtzusammenhang zu würdigen sind - also keine Aneinanderreihung von potentiellen Clubhits darstellen. Nein, hier regiert vor allem Subtilität und Fingerspitzengefühl und etwaige Chart-Hits müssen eher als Zufallsprodukte gewertet werden.

     
  • Audioslave

    Statistisch gesehen handelt es sich hierbei um drei Teile von "Rage Against The Machine", gepaart mit einem Teil von Soundgarden. Wer nun erwartet, daß die Musik ebenfalls im Verhältnis 3:1 zugunsten von Rage Against The Machine ausfällt, der dürfte vielleicht enttäuscht sein. Eindeutig 3:1 für Soundgarden bzw. Chris Cornell - und das Fleißkärtchen bekommt Rick Rubin, der durch seine Produktion mit Sicherheit zum Erfolg des Debüt-Albums beigetragen hat.