Vielleicht hat Dave Grohl doch einen größeren Anteil am Nirvana-Erfolg gehabt als man jemandem in der Rolle des Schlagzeugers für gewöhnlich zubilligt. Jedenfalls liefert er mit seinen Foo Fighters seit 1995 beständig energiegeladenen Alternative-Rock ab, der ihn von den unzähligen eher mittelmäßigen amerikanischen Rockbands angenehm abgrenzt. Trotzdem muß man auch bei den Foo Fighters bzw. bei Dave Grohl desöfteren Angst haben, daß irgendwann der endgültige Schritt in Richtung "Adult Oriented Rock" (AOR) gemacht wird.

Bislang haben die Foo Fighters diese Gratwanderung immernoch geschafft, aber der treibende, energiegeladene Rock, mit Distortion, Vibrato, Chorus und Flanger, sauber und hart gespielt, ist doch auf dem Rückzug. Viele Songs der letzten Alben fehlt ein wenig das Adrenalin der früheren Tage und auch die mitreißenden Gesangsmelodien fehlen mir persönlich. Letztlich bleibt die Frage ob in solchen Fällen eher die Band oder der Hörer an Abnutzungserscheinungen leidet. [PoprockUnion 10/2007]

 

Bandmitglieder:  Dave Grohl (vocals, guitar), Chris Shiflett (guitar), Nate Mendel (bass), Taylor Hawkins (drums)

Musikstil:  Alternative Rock, Post-Grunge

Vergleichbare Bands:  DAD, The Pixies, Green Day, Stone Temple Pilots, Tenacious D, Queens Of The Stoneage, Live, My Vitriol, Swervedriver


Ausgewählte Diskographie:

Foo Fighters (LP, 1995) 
The Colour And The Shape (LP, 1997)  
There Is Nothing Left To Lose (LP, 1999)  
One By One (LP, 2002)  
In Your Honor (LP, 2005)  
Echoes, Silence, Patience & Grace (LP, 2007)

Song-Empfehlungen:

1. Big me
2. Everlong
3. Learning To Fly
4. This is a call
5. The Pretender
6. Best Of You
7. Long Road To Ruin
8. Monkey Wrench
9. All My Life


  • Kingmaker

    Zwischen Alternative-Rock und Indie-Pop bewegten sich Kingmaker aus England, eine Band für die musikalisch richtungslose Zwischenzeit. Genauer gesagt, für die Zeit nach dem Rave- und vor dem Britpop-Hype. Überbrückungsmusik, die damals vom NME als "New Cool Rock" bezeichnet und als nächstes großes Ding propagiert wurde. Daraus wurde nicht viel und auch die vormals umjubelten Kingmaker fielen schnell in der Kritikergunst. Trotzdem zu schade um sie komplett zu vergessen.

     
  • The Dead 60s

    Wer denkt, daß Franz Ferdinand, Bloc Party, die Kaiser Chiefs, Maximo Park oder auch die Futureheads toll sind aber ein paar Ska/Dub-Einflüsse vertragen könnten, für den haben die Dead 60s aus Liverpool diese Marktlücke erkannt und sogleich auch vortrefflich ausgefüllt. Ihr Debut-Album wurde in England schon vor der Veröffentlichung gefeiert. Das bedeutet im Klartext, die Dead 60s werden oder sind das nächste große Ding, mitunter vielleicht sogar die Vorreiter eines Ska/Reggae-Revivals.

     
  • Carpark North

    Eine dänische Band, die den Sprung ins Ausland schafft. Vielleicht auch nicht. Carpark North möchten es gern allen recht machen: Pop, Elektro und Rock wird da wild durcheinander gemischt. Und genau das ist ihr Problem. Auf ihrem Auslanddebüt, passenderweise "All Things To All People" betitelt, klingt manches so unglaublich gut. Und zwar die Lieder, die nicht zwanghaft alle Richtungen verbinden. In gut der Hälfte allerdings werden atmosphärische Strophen durch unpassende bis disharmonische Refrains zerstört, die klingen, als wäre den Jungs nach der Strophe nichts mehr eingefallen.