Wie der Name schon verrät, sind FSOL ein zukunftsweisendes musikalisches Projekt aus Großbritannien. Mit Samplern und allerhand anderen elektronischen Gerätschaften erschaffen Gary Cobain und Brian Dougans auf ihren Konzeptalben sehr komplexe Klangwelten, die eigentlich nur im Gesamtzusammenhang zu würdigen sind - also keine Aneinanderreihung von potentiellen Clubhits darstellen. Nein, hier regiert vor allem Subtilität und Fingerspitzengefühl und etwaige Chart-Hits müssen eher als Zufallsprodukte gewertet werden.

Stilmäßig variabel durch zahlreiche Anleihen bei Jazz, Klassik und Industrial, aber mit leichter Tendenz zu Ambient und Trance. Dabei kann man Future Sound Of London durchaus als visionäres Kunstprodukt ansehen, bei dem normalsterbliche Pop-Konsumenten vielleicht nur die Single-Auskoppelungen verstehen werden. Auf Albumlänge gehen FSOL nämlich zumeist ungewöhnliche Wege, fernab gängiger musikalischer Pop-Rezeptionsmuster. Da fehlt dann oftmals der durchgängige Beat bzw. die energetische Rhythmik und man muß/soll unweigerlich an "Muzak" oder Filmmusik denken. Man hört alte Synthiesounds, aufgetürmte Flächensounds, Ethno-Loops, Pianofetzen, sphärische Backgroundgesänge unterschiedlicher Herkunft usw. Solche Synthie-/Sampler-Experimente funktionieren natürlich gut im Zusammenhang mit den FSOL-Videos bzw. den dazugehörenden Computeranimationen oder auch im Chill-Out-Room. Für bügelbegleitendes Hausfrauenradio fehlt jedoch zumeist die durchschaubare Songstruktur. [PoprockUnion 12/2002]

 

Bandmitglieder:  Gary Cobain, Brian Dougans

Musikstil:  Ambient, Trance, Electronic

Vergleichbare Bands:  The Orb, Aphex Twin , Orbital, Autechre, Brian Eno


Ausgewählte Diskographie:

Accelerator (LP, 1991) 
Lifeforms (LP, 1994)  
ISDN (LP, 1995)  
Dead Cities (LP, 1996)  
Environments (LP, 2007)  
By Any Other Name (LP, 2008)

Song-Empfehlungen:

1. Papua New Guinea
2. Lifeforms
3. My Kingdom
4. We Have Explosive
5. Cascade
6. Landmass




  • Cold War Kids

    Das Schlagzeug rumpelt und die Percussion scheppert, die markdurchdringende Stimme von Sänger Nathan Willet legt sich behauptend darüber, daneben wummert der Bass. Dies sind, kurz gesagt, die Cold War Kids aus Kalifornien, ein nicht mehr ganz unbekannter Hype aus dem Myspace- und Blog-Umfeld. Immerhin haben die vier Kalifornier in den letzten zwei Jahren auch schon 3 EPs (Mulberry Street EP, With Our Wallets Full EP, Up In Rags EP) veröffentlicht. Aus diesem Fundus rekrutiert das Debütalbum der Cold War Kids vornehmlich seine Songs.

     
  • Cake

    Mangelnden Wiedererkennungswert kann man der kalifornischen Band Cake nun wirklich nicht vorwerfen. Die funkigen Bassläufe, der permanente Trompeteneinsatz und der markante (Sprech-) Gesang mit sarkastischen Texten führte zu einem ganz eigenen Stil. Mit der Coverversion von "I will survive" wurden Cake dann 1997 auch in Deutschland bekannt und sind seitdem auch hier mehr als nur ein Geheimtip. Allerdings darf nicht unterschlagen werden, daß dieses klare Erfolgsrezept in Zukunft auch Abnutzungserscheinungen unterliegen dürfte.

     
  • Die Ärzte

    Die Ärzte aus Berlin sind die selbsternannte beste Band der Welt. Auch wenn das natürlich eine ironische Überhöhung ist, so wissen sie doch wie man es schafft dauerhaft im Gespräch zu bleiben und wie man gute, abwechslungsreiche Single-Auskopplungen mit genügend Erfolgspotential vornimmt.