Wer hätte das gedacht, Ian Brown, Sänger der legendären Stone Roses hat mittlerweile schon vier respektable Soloalben herausgebracht. Dabei war er gar nicht für großartige musikalische Virtuosität bekannt, sondern eher für seine große Klappe. Die große Klappe hat Ian Brown auch nicht verloren, aber dafür Sampling-Loops und elektronische Sounds gefunden, wodurch sich seine Musik fernab der Stone Roses bewegt und so ungerechtfertigten Vergleichen geschickt aus dem Weg geht.

Trotzdem bleibt die Musik tanzbar und neuere musikalische Entwicklungen wie Drum'n'Bass/Trip Pop lassen sich auch nur schwer verleugnen. So wundert es auch nicht, daß Ian Browns Gesangseinlagen bei U.N.K.L.E. (Be there, R.E.I.G.N.) ebenfalls wahre Highlights sind und ebenso auf seine Soloalben gepaßt hätten, ohne deplaziert zu wirken. Im Gegensatz zum begnadeten Ex-Stone Roses-Gitarristen John Squire hat Ian Brown jedenfalls seinen eigenen Weg gefunden und gemacht.

[PoprockUnion 12/2005]

 

Bandmitglieder:  Ian Brown (vocals, keyboards)

Musikstil:  Indie-Rock, Indie-Dance

Vergleichbare Bands:  Happy Mondays , Kasabian, U.N.K.L.E., Stroke, Chemical Brothers, Primal Scream


Ausgewählte Diskographie:

Unfinished Monkey Business (LP, 1998) 
Golden Greats (LP, 1999)  
Music Of The Spheres (LP, 2001)  
Solarized (LP, 2004)  
The World Is Yours (LP, 2007)  
My Way (LP, 2009)


Song-Empfehlungen:

1. Golden Gaze
2. Dolphins were Monkeys
3. F.E.A.R.
4. Stellify
5. My Star
6. Time Is My Everything
7. Be There
8. Whispers


  • Seaport

    Die Band Seaport wurde 2004 in Berlin gegründet, hat mit "Rock'n'Roll Shanties" (08/2006) gerade ihr Debüt-Minialbum veröffentlicht und macht, wenn man den Infos der Plattenfirma glauben darf, doch tatsächlich Britpop. Natürlich ist dies schon verwunderlich, denn eine Band die sich heute freiwillig in die Kategorie Britpop einordnen läßt, schert sich wahrscheinlich wenig um den vorherrschenden Zeitgeist, oder sie hat erkannt, daß es einfach keine gute Postpunk-Band mehr gibt, die man noch unbedingt kopieren müßte. Vielleicht haben Seaport aber auch nur den kommenden Trend im Auge und vermuten, daß ein Britpop-Revival nach 10 Jahren durchaus angebracht wäre.

     
  • Two Gallants

    Country-Folk-Punk oder so etwas Ähnliches könnte das vielleicht sein, was die Kindergartenfreunde Adam Stevens und Tyson Vogel als Two Gallants allein mit Gitarre und Schlagzeug abliefern. Das Besondere daran: die Saddle-Creek-Emotion möchte man sagen, eine Leidenschaft und Intensität wie man sie heute zum Beispiel von Label-Partner Conor Oberst (Bright Eyes) kennt. Dazu die Sorte Texte, die man liest und die einem völlig unverbraucht vorkommen, die neue Bilder verwenden und neue Geschichten erzählen.

     
  • Elbow

    Es weckt spontan schon ein enormes Interesse wenn man in einer Band-Biographie liest, daß besagte Band sage und schreibe zehn Jahre für das Debüt-Album gebraucht hat. So geschehen mit der britischen Band Elbow und man stellt sich daraufhin die Frage wie die Band wohl klingt? Ob sie vielleicht total kreativ und innovativ ist, oder ist sie doch eher verschroben, verspielt und ganz allgemein unzugänglich... Plötzlich wird man aber auch nachdenklich, denkt 1,2,3,4,5,6,7,8,9,10 Jahre zurück und legt alsbald die CDs in den Player und siehe da, solider, zeitloser britischer Gitarrenpop der Ruhe und Melancholie ausstrahlt, aber der einen auch nicht gerade mit seiner Modernität und Coolness vom Sofa haut. Was bleibt ist also das fein durchgestylte Cover-Artwork und schöne Musik für die ruhigen Stunden zu höchstens zweit, denn für die Party taugt es nicht.