Post-Punk bzw. New Wave der frühen 80er Jahre, gepaart mit den heutigen technischen Möglichkeiten. Interpol aus New York klingen düster und atmosphärisch dicht, aber ohne dabei einen nichtsagenden Soundbrei entstehen zu lassen. Jedem einzelnen Instrument wird die nötige Aufmerksamkeit geschenkt - ein dominanter Part, ein gezieltes Break, eine eigene Ebene. Es entsteht das Gefühl als wollten sich geniale Musiker gegenseitig an die Wand spielen, ohne das es dem einzelnen jemals gelingen könnte.

Alles scheint kühl berechnet zu sein, aber es klingt und wirkt niemals konstruiert. Bereits mit dem ersten Album "Turn on the bright lights" haben Interpol 2002 einen zukünftigen Klassiker abgeliefert und auch das zweite Album "Antics" ist keine Enttäuschung. Fehlt also nur noch der Hinweis auf die herausragenden Live-Qualitäten und die Frage ob Carlos ein unehelicher Sohn von Florian Schneider (Kraftwerk) ist...

[PoprockUnion 09/2004]

 

Bandmitglieder:  Paul Banks (vocals, guitar), Daniel Kessler (guitar), Carlos Dengler (bass), Sam Fogarino (drums)

Musikstil:  New Wave, Neo-Post-Punk

Vergleichbare Bands:  Joy Division , Kitchens Of Distinction , The Chameleons, The Sound


Ausgewählte Diskographie:

Turn On The Bright Lights (LP, 2002) 
Antics (LP, 2004)  
Our Love To Admire (LP, 2007)


Song-Empfehlungen:

1. Obstacle 1
2. Evil
3. Leif Erikson
4. Slow Hands
5. PDA

 

 

  • Steep

    Plattenfirmen fahren nur dann längerfristige Gewinne ein, wenn sie Bands herausbringen bzw. produzieren, die auch dauerhaft präsent sind und künstlerisches Potential offenbaren. Selbsternannte Retortencombos mit immer kürzeren Halbwertszeiten stehen aber dort auf den Plänen zur Bedarfserfüllung. Deshalb darf man sich auch nicht wundern, daß die Musikindustrie in den letzten Jahren immer größere Verluste bejammert und junge, ehrgeizige Bands wie Steep aus München bereits ihr drittes, selbstproduziertes Album im Eigenvertrieb veröffentlichen müssen.

     
  • Donots

    Ziemlich kleinlaut bezeichnen sich die Donots in ihrer lustigen Band-Biographie rückblickend als "peinliche Provinz-Kapelle", was natürlich vollkommener Blödsinn ist und ihnen nicht im geringsten gerecht wird. Die Donots aus Ibbenbüren sind nämlich eine großartige Provinz-Kapelle und sie spielen melodischen Alternative-Rock (a.k.a. Punk, Emo), der sicherlich auch Mehmet Scholl gefallen würde.

     
  • Dead Or Alive

    Tanzbaren, eingängigen Plastik-Pop ohne jegliches Format hatten sich Dead or Alive gegen Mitte der 80er-Jahre auf die Fahne geschrieben. Nachdem sie dafür dann auch noch Stock/Aitken/Waterman als Produzenten verpflichteten, sahen die Kritiker die Band lieber tot als lebendig. Dabei hatte die Band zu Beginn der 80er noch als Gothic-Rock-Band angefangen, bei der für kurze Zeit auch Wayne Hussey (Sisters Of Mercy, The Mission) aktiv war. Ihr größter Hit bzw. das One-Hit-Wonder der Band war die Single "You Spin Me Round (Like a Record)". Damit begann jedoch der Siegeszug des Produzenten-Pop von SAW.