Abwechslung tut Not und wenn es der Hype-Fahrplan zuläßt, dann ist die Zeit sicherlich reif für eine Band wie beispielsweise Captain. Diese 5-köpfige Newcomer-Band aus London hat sich dem spät-achtziger Gitarrenpop verschrieben. Jetzt liegt ein Album vor, sauber produziert von Trevor Horn (ABC, Propaganda, FGTH, Pet Shop Boys, Seal, TATU, Simple Minds) und mit dem nötigen Schmalz ausgerüstet, eröffnen Captain dem geneigten Indie-Publikum damit einen Klang- und Melodienreichtum, den der WDR-2-Hörer manchmal so gerne verfluchen möchte.

Jetzt aber mal ganz ernsthaft, das Debütalbum "This is Hazelville" ist wirklich gut und dies ist nicht einfach so dahergesagt, denn immerhin sind sich der NME, BBC Radio 1, meine Mutter und mein Opa darin völlig einig. Wer nun immernoch zweifelt ob Captain wirklich zu seinem Musikstil und Weltbild passen, der sehe sich die vergleichbaren Bands an. Als Anspieltipps zum Reinhören empfehle ich persönlich die Singles "Glorious" und "Broke".


[PoprockUnion 01/2007]

Bandmitglieder: Rik Flynn (vocals, guitar), Clare Szembek (vocals, keyboards), Mario Athanasiou (guitar), Alex Yeoman (bass), Reuben Humphries (drums, piano)
    
Musikstil/-Genre: Indie-Pop, Gitarrenpop
    
Vergleichbare Bands:  Prefab Sprout, Deacon Blue, Goodbye Mr. Mackenzie, Cinerama, Parachute Club, Scissor Sisters, Carpark North, Icicle Works, Tears For Fears

Ausgewählte Diskographie:

This Is Hazelville (2006)
Distraction (Unreleased-LP, 2009)
    
Song-Empfehlungen:

1. Glorious
2. Broke
3. Frontline
4. This Heart Keeps Beating For Me
5. Keep An Open Mind
6. Echoes Of Fashion

  • Astrid

    Astrid hieß die Freundin des fünften Beatle "Stuart Sutcliffe" und dies war wohl Grund genug für die schottische Band Astrid eben diesen Namen als Bandbezeichnung auszuwählen. Selbstverständlich eine dumme Idee, denn niemand denkt bei Astrid an schönen Indie-Pop, zumal im Vereinten Königreich auch noch eine Sängerin mit diesem Namen herumgeistert. Falls diese im Oktober 2004 noch aktiv sein sollte, dann hat der klügere und bessere Act nachgegeben...

     
  • Duels

    Die Duels sind eine Band aus dem englischen Leeds und wenn wir nicht gleichzeitig den Campsite-Review ins Netz stellen würden, dann würden wir ganz offen sagen, daß die Duels sich auf ihrem Debütalbum oft an den Killers orientieren (Once In The Night, Brothers & Sisters, Things, Potential Futures). Da wir aber auch Meister der unterschwelligen Kritik sind und Tom, wohlgemerkt ein großer Fan dieser Platte, uns freundlicherweise die CD zur Verfügung gestellt hat, müssen wir andere Worte für das Debut "The Bright Lights & What I Should Have Learned" finden.

     
  • Seaport

    Die Band Seaport wurde 2004 in Berlin gegründet, hat mit "Rock'n'Roll Shanties" (08/2006) gerade ihr Debüt-Minialbum veröffentlicht und macht, wenn man den Infos der Plattenfirma glauben darf, doch tatsächlich Britpop. Natürlich ist dies schon verwunderlich, denn eine Band die sich heute freiwillig in die Kategorie Britpop einordnen läßt, schert sich wahrscheinlich wenig um den vorherrschenden Zeitgeist, oder sie hat erkannt, daß es einfach keine gute Postpunk-Band mehr gibt, die man noch unbedingt kopieren müßte. Vielleicht haben Seaport aber auch nur den kommenden Trend im Auge und vermuten, daß ein Britpop-Revival nach 10 Jahren durchaus angebracht wäre.