Einer der vielen Hypes des Jahres 2005. Und gleichzeitig Teil des Hypes um die Nachahmer von Franz Ferdinand. Sie drohen darin unterzugehen, werden aber andererseits aus der Masse hervorgehoben. Ihr Debüt "A Certain Trigger" ist zumindest zu gut, um es des Hypes wegen nicht zu beachten. New-Wave-Pop in bester Form, keine Kompromisse, Füller oder Aussetzer in der Setlist.

Und dann werfen sie wenige Monate später einfach "Going Missing" hinterher: Eine B-Seiten- und Demo-Sammlung - und das nach dem ersten Album. Optimale Ausschlachtung der finanziellen Möglichkeiten? Bestimmt, jetzt sind sie groß, jetzt will der Fan so viel wie möglich davon haben. Ein kundenorientiertes Unternehmen, möchte man sagen. Während sich Tausende in der viel zitierten Songzeile "I am young and I am lost" wiederfinden, gilt vielleicht für die Engländer selbst eher: "Everything I said was true, but I couldn't prove it" - nach dem nächsten Album wissen wir mehr.

[Juliane Ried]


Bandmitglieder:  Paul Smith (vocals), Duncan Lloyd (guitars), Archis Tiku (bass), Lukas Wooller (keyboards), Tom English (drums)

Musikstil:  Neo-Postpunk, Indie Rock

Vergleichbare Bands:  Franz Ferdinand, Kaiser Chiefs


Ausgewählte Diskographie:

A Certain Trigger (LP, 2005) 
Going Missing (LP, 2006)  
Neues Album (LP, 2008)


Song-Empfehlungen:

1. Now I'm All Over The Shop
2. Kiss You Better
3. Apply Some Pressure
4. The Coast Is Always Changing
5. Graffiti
6. Books From Boxes





  • Blondie

    Die US-Band Blondie, benannt nach ihrer superblonden Sängerin, zählt zu den wichtigsten Vertretern der US-New Wave-Bewegung, obwohl sie ihre größten Erfolge hauptsächlich in England bzw. Europa feiern konnte. Innerhalb ihrer aktiven Zeit von 4 Jahren (1978-1982), hatten Blondie dauerhaften Chart-Erfolg, und zahlreiche Top-Ten-Hits. Darunter so tolle Singles wie Denis, Hanging on the telephone, Heart of glass, Sunday girl, Atomic, Call me, The tide is high und Rapture.

     
  • Art Brut

    1992 war ein gutes Jahr, da gab es so witzige Songs wie "Where's me jumper" von den Sultans Of Ping FC und auch eine seltsame 2-Mann-Gitarren-Drumcomputer-Band wie Carter USM war extrem erfolgreich. Die Geschichte lehrt uns aber, daß solche exzentrischen Kunstprodukte im Allgemeinen nicht sehr langlebig sind.

     
  • Editors

    Wem die musikalische Grundversorgung mit zwei Interpol-Alben nicht ausreicht, der kann seit dem 25. Juli 2005 auch zum Editors-Album "The Back Room" greifen. Die Editors, wohlgemerkt ohne vorangestelltes "The", kommen aus Birmingham und dürfen deshalb als die englische Antwort auf Interpol angesehen werden, denn nicht nur stimmlich erinnert so einiges an die erfolgreichen New Yorker.