Ich fange mal ganz behutsam an. Die kanadische Band Pilate hat genau zwei Alben herausgebracht, ihr Debütalbum mit dem Namen "Caught By The Window" und den Nachfolger "Sell Control For Life's Speed". Die kanadische Band Pilot Speed , die zuvor als Pilate bekannt wurde, hat genau ein Album herausgebracht. Dieser Longplayer heißt weltweit "Into The West" und ist eigentlich nicht anderes als die kanadische Pilate -CD " Sell Control... ", lediglich Cover-Artwork, Band- und Albumname haben sich geändert.

Wahrscheinlich ist es irgendwann ein Sammlerstück, dieses zweite Pilate -Album wenn ihr mich fragt. Von Angeboten bitte ich aber abzusehen, da auch ich nur die neue Version besitze. Schaut bei Ebay bzw. Amazon, ich habe einen Review fertigzustellen.
Warum aber diese ganze Verwirrung fragt sich der blauäugige Indie-Fan? "Legal issues", wie gewöhnlich! Spekulieren darf man aber trotzdem, denn der Mönchengladbacher Joseph Hubert Pilates hat wohl irgendwann in seiner Jugend eine Methode entwickelt, um, verkürzt dargestellt, Muskeln mit Hilfe des Geistes zu kontrollieren. Diese Methode hat mittlerweile eine nicht unerhebliche Anhängerschaft und besitzt anscheinend gewisse Namensschutzrechte in weiten Erdteilen. Genug gesagt? Bevor ich noch anfange über den Bewegungsapparat bei weitgehender Geistlosigkeit zu mutmaßen.
Musikalisch betrachtet sind die beiden bzw. drei Alben und die beiden Bands jedenfalls identisch. Das Album-Debüt " Caught By The Window " ist insgesamt ein wenig ruhiger als der Nachfolger. Britpop im Stil von Travis , Embrace und Unbelievable Truth sind mögliche Anhaltspunkte. Das aktuelle Album " Into The West " zielt mehr in Richtung frühe Radiohead , spätere Idlewild , Doves , Remy Zero oder auch Snow Patrol . Wobei die Stimme von Sänger Todd Clark oftmals an Bono ( U2 ) erinnert, was jetzt aber völlig wertfrei verstanden werden sollte. Durchaus ein grundsolides Album mit reichlich guten Songs, die vielleicht nicht ganz auf der Höhe des momentanen Zeitgeistes mitschwimmen können, aber auch das kann sich ja stündlich ändern. Außerdem kann ich Zeitgeist selbst nicht definieren, Snow Patrol ( Chasing Cars , genau!) hatte ich schon erwähnt und immerhin waren Pilot Speed bzw. Pilate schon für den kanadischen Juno Award nominiert, plazierten ihr Album in den kanadischen Top 20 und bekamen einen Much Music Video Award für den Song " Into Your Hideout ". Völlig unbekannt sind sie also nicht...

[PoprockUnion 01/2007]

 

Bandmitglieder:  Todd Clark (vocals), Chris Greenough (guitar), Ruby Bumrah (bass), Bill Keeley (drums)

Musikstil:  Indie-Rock, Britpop

Vergleichbare Bands:  Radiohead, Travis, Embrace , Idlewild , Unbelievable Truth, Remy Zero, Doves , Muse, Snow Patrol

Ausgewählte Diskographie:

Caught By The Window (von Pilate, 2004) 
Into The West (2006) bzw. Sell Control For Life's Speed von Pilate


Song-Empfehlungen:

1. Ambulance
2. Barely Listening
3. Lover Come In
4. Into Your Hideout
5.  Melt Into The Walls






  • Pilot Speed (Pilate)

    Ich fange mal ganz behutsam an. Die kanadische Band Pilate hat genau zwei Alben herausgebracht, ihr Debütalbum mit dem Namen "Caught By The Window" und den Nachfolger "Sell Control For Life's Speed". Die kanadische Band Pilot Speed , die zuvor als Pilate bekannt wurde, hat genau ein Album herausgebracht. Dieser Longplayer heißt weltweit "Into The West" und ist eigentlich nicht anderes als die kanadische Pilate -CD " Sell Control... ", lediglich Cover-Artwork, Band- und Albumname haben sich geändert.

     
  • Elastica

    Die beinahe Frauenband Elastica hatte im Britpop-Jahr 1995 mehrere beinahe Hits, die sie beinahe ganz alleine geschrieben hatten. So bemerkten aber Wire, daß "Connection" doch einige Ähnlichkeit mit "Three girl rhumba" aufwies und die Stranglers hörten in "Waking Up" irgendwie "No more heroes" heraus. Aber egal, denn dafür war Sängerin Justine Frischmann tatsächlich die Freundin von Brett Anderson und Damon Albarn und das Album "Stutter" konnte tatsächlich den ersten Platz der britischen Album-Charts belegen.

     
  • Darling Buds

    Die Darling Buds sind ein weiteres Beispiel für gefeierte Independent-Hoffnungsträger, die trotz oder gerade wegen ihres Wechsels zu einer großen Plattenfirma die hochgesteckten Erwartungen nicht ganz erfüllen konnten. Der eingängige Gitarrenpop der Darling Buds erhielt zwar Unterstützung durch so namhafte Produzenten wie Pat Collier (House of Love) und Stephen Street (The Smiths), aber auch dies verhalf der Band nicht zu großartigen Charterfolgen jenseits der Top 40.