Bevor ich mit dem Review beginne - Redaktionsmitglied Simone hat mich freundlich darauf hingewiesen, daß ich ja selbst den Schwerpunkt auf gute Platten bzw. gute Rezensionen gelegt hatte, und es deshalb keinen nachvollziehbaren Grund gegen Raskolnikow geben kann. Die südhessische Rockband Raskolnikow hat nämlich noch keinen Plattenvertrag und Demos wollte ich ursprünglich nicht genauer unter die Lupe nehmen. Aber unsere kleine Redaktion einigte sich auf eine Ausnahme, da ich mit einem Trick und unzähligen dümmlichen Argumenten überstimmt wurde.

Hier eine kleine Auswahl zur Erläuterung unserer redaktionellen Demokratie: Die CD kam im eingeschweißten Jewel-Case, gedrucktes Cover, gepresste CD, bedruckte CD, 4-Farb-Druck usw. Als ich dann den Schwachsinn mit dem Hinweis auf die qualitativ gute Produktion und die tollen Songs beenden wollte, wurde ich prompt mit meinen eigenen Argumenten überstimmt. Darum gibt es jetzt den Review der aktuellen Raskolnikow -EP " No Skills " hier zu lesen, auch wenn man diese CD vergeblich im Handel suchen wird. Aber diesen Zustand gilt es ja zu ändern, nicht wahr?
Die Band selbst bezeichnet ihre Musik als " freeRock ", d.h. harter Rock im 70er Sound mit psychedelisch verspielten Elementen. Sänger Francesco Di Tacchio hält aber nicht viel von vorgegebenen Richtungen und Kategorisierungsversuchen, da er und die Band, die freie und natürliche Herangehensweise von Raskolnikow schätzt. FreeRock eben, ein individueller Sound der nicht am Reißbrett entsteht, sondern aus dem Bauch kommt. Soweit so gut, aber ein wenig möchte ich Raskolnikow doch einordnen, selbst wenn mich Francesco per Email steinigt. Und da ist auch schon mein Stichwort, denn mich persönlich erinnern die Gitarren-Arrangements und die scheppernden Drums an die Vertreter des Stoner Rocks , teilweise sogar an Grunge -Bands wie Soundgarden oder Pearl Jam . Darüber hinaus hat Francescos Stimme einen gehörigen Chris Cornell -Einschlag, was jetzt, wie auch der Rest, als Kompliment gemeint ist. " Tower " und " No Skills " sind für mich die Highlights auf der hier rezensierten EP. Insgesamt dürfte dies aber reine Geschmackssache sein, denn alle 5 Songs sind gelungen und auch wenn die saubere Produktion an einigen Stellen ein wenig fetter sein könnte, dürfte ein Plattenvertrag für Raskolnikow keine Utopie bleiben. Da man die Raskolnikow -CD nicht im Plattenladen kaufen kann, sollte man für weitere Eindrücke auf jeden Fall die Homepage der Band aufsuchen, da man dort einige Songs in mp3-Qualität frei herunterladen kann. Dort erfährt man dann obendrein, wo man die Band im Jahre 2007 noch live sehen kann, denn auch in diesem Jahr touren Raskolnikow wieder durch Deutschland, um zu zeigen, was Francesco und Band klanglich und stimmlich so alles aus brauchbaren PA-Anlagen herausholen können.

[PoprockUnion - 02/2007]

 

Bandmitglieder:  Francesco Di Tacchio (vocals), Andreas Marr (guitar), Johannes Jeckel (bass), Christoph Roessel (drums)

Musikstil:  Grunge, Stoner-Rock

Vergleichbare Bands:  Soundgarden, Kyuss, Queens Of The Stoneage, Monster Magnet


Ausgewählte Diskographie:

Fate And Love (EP, 2004) 
No Skills (EP, 2006)



Song-Empfehlungen:
1. Tower
2. Sun Revolver
3. No Skills

  • Elastica

    Die beinahe Frauenband Elastica hatte im Britpop-Jahr 1995 mehrere beinahe Hits, die sie beinahe ganz alleine geschrieben hatten. So bemerkten aber Wire, daß "Connection" doch einige Ähnlichkeit mit "Three girl rhumba" aufwies und die Stranglers hörten in "Waking Up" irgendwie "No more heroes" heraus. Aber egal, denn dafür war Sängerin Justine Frischmann tatsächlich die Freundin von Brett Anderson und Damon Albarn und das Album "Stutter" konnte tatsächlich den ersten Platz der britischen Album-Charts belegen.

     
  • Beat The Waves

    Die Band Beat The Waves wurde im Jahre 2001 von Sänger und Songwriter Marcel Sachsenröder ins Leben gerufen. Im Herbst 2007 bringen die drei Jungs aus Wuppertal nun ihr Debütalbum über Def-Riff/Soulfood in die Läden. Das Album heißt "Kids On The Street" und versammelt 14 Songs die zwischen 2003 und 2007 geschrieben wurden. Jetzt könnte man wunderbar sagen, daß sich das Songwriting über die Jahre verändert hat, der Stil ausgefeilter wurde, Prioritäten und Vorlieben sich gewandelt haben usw. Allerdings scheint Abwechslung und Vielfalt bei Beat The Waves ohnehin zum festen Programm zu gehören, also lassen wir das...

     
  • Solche

    Der folgende Text soll der Leserschaft die Band Solche aus Chemnitz näher bringen. Solche sind als solche ein Duo, welches sich vielleicht im musikalischen Rahmen des deutschsprachigen Singer-Songwriter-Rocks bewegen würde, wenn... Ja, wenn die Band nicht aus der Stadt mit Köpfchen bzw. der Stadt der Moderne käme. Scheinbar verpflichten diese Leitsprüche als solche, so daß Solche auch nicht hinten anstehen wollten.