Scissors For Lefty machten sich bereits 2005 mit ihrem selbstproduzierten Album " Bruno " einen Namen. Deshalb sicherte sich Rough Trade 2006 die Dienste der kalifornischen Brüderpaare Garza / Krimmel für ein weiteres Album mit erfrischend-flockigem Poprock. Diese tanzbaren Indieperlen mit starkem Pop-Appeal sollten bereits im Februar 2007 veröffentlicht werden, sind aber erst jetzt in England bzw. USA erschienen. Wer also das Album " Underhanded Romance " käuflich erwerben will, der muß sich vertrauensvoll an einen gut-sortierten Import-Plattenladen wenden.

Natürlich wird man auch bei einschlägigen Internet-Importeuren fündig, aber dies ist natürlich immer Vertrauensache. Alle Songs auf diesem Album sind ausnahmslos radiofreundliche Ohrenschmeichler, die mit Bryan Garzas stimmlicher Anlehnung an Britpop-Dandy Jarvis Cocker auch alte Pulp -Fans begeistern dürften.
Als unnütze Randnotiz kann ich noch anführen, daß Scissors For Lefty in ihrer Heimat zu Beginn des Jahres noch keinen Plattenvertrag hatten, so daß wir Europäer dieses Mal fast eher am Zug gewesen wären. Mittlerweile ist die Band in Amerika bzw. Kanada aber bei eenie meenie records unter Vertrag. Ich konnte die Scissors For Lefty im letzten Jahr auf dem Southside -Festival bewundern, wo sie schon zu früher Stunde ihre Fans gehörig ins Schwitzen brachten. Wer jetzt auf die sommerliche Witterung verweist, der hat natürlich nicht ganz Unrecht, aber ich wurde damals auch mit einer Promo-CD bestochen. Da kann ich jetzt wirklich nichts Negatives sagen, und obendrein würde ich dieser Band gerne eine goldene Zukunft vorhersagen. Ihr sonniger Indie-Sound macht mich nämlich süchtig, denn gerade die kleinen und sehr gezielt eingesetzten Handclaps, Keyboard- und Piano- Spielereien erhalten jederzeit die Spannung und bringen Abwechslung. Eine ideale Platte für Frühlingsgefühle und/oder laue Sommerabende.

[Simone Back für PoprockUnion 06/2007]


Bandmitglieder:  Bryan Garza (guitar, vocals), Peter Krimmel (keyboards, guitar), Robby Garza (guitar, bass), James Krimmel (drums), Steve Garza (bass)

Musikstil:  Indiepop

Vergleichbare Bands:  Pulp, Arctic Monkeys , Maritime , The Sleepy Jackson, The Fiery Furnaces, The Format , Phoenix


Ausgewählte Diskographie:

Bruno (LP, 2005) 
Underhanded Romance (LP, 2007)  
Consumption Junction (EP, 2008)


Song-Empfehlungen:

1. Ghetto Ways
2. Mama Your Boys Will Find A Home
3. Got Your Moments
4. Nickels and Dimes
5. Next To Argyle
6. Ornamental








  • James

    Die ca. 20-jährige Bandgeschichte der altgedienten Indie-Haudegen James, mit ihren zahlreichen Stilwechseln und unüberschaubaren Umbesetzungen ist nicht besonders leicht auf einen allgemeingültigen Nenner zu bringen. James sind halt James, also weder eine richtige C-86-Band, noch eine typische Madchester-Rave-Kapelle, auch keine kurzlebige Britpop-Band und sie sind schon gar nicht die neuen Beatles, Smiths oder Stone Roses.

     
  • Blondie

    Die US-Band Blondie, benannt nach ihrer superblonden Sängerin, zählt zu den wichtigsten Vertretern der US-New Wave-Bewegung, obwohl sie ihre größten Erfolge hauptsächlich in England bzw. Europa feiern konnte. Innerhalb ihrer aktiven Zeit von 4 Jahren (1978-1982), hatten Blondie dauerhaften Chart-Erfolg, und zahlreiche Top-Ten-Hits. Darunter so tolle Singles wie Denis, Hanging on the telephone, Heart of glass, Sunday girl, Atomic, Call me, The tide is high und Rapture.

     
  • Grandaddy

    Für Menschen, die sich der Meinung anschließen können, daß aus Amerika generell mehr blutleerer musikalischer Müll zu uns herüberkommt als aus England, sind Grandaddy der Lichtblick schlechthin. Grandaddy sind fünf, zumeist bärtige, Spacken aus Modesto, Kalifornien, die eingängige Popsongs mit Lo-Fi-Charme und Experimentierfreude jederzeit zu einem verschrobenen Gesamtkunstwerk auftürmen können. Dies gelingt ihnen dann auch in genialer Weise auf dem Meisterwerk "The Sophtware Slump" aus dem Jahre 2000.