Nachdem ich nun verstanden habe, daß hier in erster Linie nur gute bis sehr gute Platten rezensiert werden, möchte ich in diesem Review meinen Enthusiasmus zu The Format zum Ausdruck bringen. Hinter dieser Band aus Arizona verbergen sich, als Macher, Sänger Nate Ruess und der Multi-Instrumentalist Sam Means . Zusammen mit den weiteren (unten angegebenen) Bandmitgliedern haben sie das Album "Dog Problems" aufgenommen. Herausgekommen ist eine ungemein eingängige Demonstration an Einfallsreichtum, oder anders formuliert, bombastisch-verspielter Indie-Gitarrenpop, garniert mit allerlei Streichern, Bläsern, Glöckchen und vielfältigen Synthesizer-Klängen.

Die saubere Produktion von Steve McDonald (Redd Cross) und der Einsatz der vielen Instrumente und Klangfarben sorgt für ausreichend Abwechslung, so daß auch nach mehrmaligem Durchhören keine Abnutzungserscheinungen aufkommen. Da The Format während der Fertigstellung dieser Platte von Atlantic Records auf die Straße gesetzt wurden, entschloß sich die Band dazu, "Dog Problems" in Eigenregie auf ihrem The Vanity Label zu veröffentlichen. In den USA wird das Album seit seiner Veröffentlichung im Herbst 2006 von Sony/BMG vertrieben, aber in Europa muß es weiterhin per Mailorder/Import gekauft werden. Aber Lamentieren nützt nichts und für alteingesessene Indiefans gehört die Nutzung dieser Vertriebswege ohnehin zum Alltagsgeschäft, da wir ja mit Mundpropaganda und diesen löchrigen Vetriebsstrukturen quasi aufgewachsen sind.

[Simone Back für PoprockUnion 01/2007]

 

Bandmitglieder:  Nate Ruess (vocals), Sam Means (guitar), Don Raymond (bass), Mike Schey (banjo, sax), Mark Buzard (guitar, keyboards), Sean McCall (drums)

Musikstil:  Indiepop, Twee Pop

Vergleichbare Bands:  The Shins, The Thrills, My Morning Jacket, Death Cab For Cutie, Nada Surf, Beach Boys, Razorlight , The Sleepy Jackson, XTC


Ausgewählte Diskographie:

Interventions & Lullabies (LP, 2004) 
Dog Problems (LP, 2007)


Song-Empfehlungen:

1. The Compromise
2. She Doesn't Get It
3. Oceans
4. Time Bomb
5. The First Single (You Know Me)






  • Nada Surf

    Als Musik-Junkie wird man ja oft gefragt, ob Platte X von Band Y wirklich so gut ist wie alle sagen (und ich warte schon jetzt auf den Tag, an dem ich diesen Artikel ändern muß, weil gerade eine Band namens Y die Platte X veröffentlicht hat). Meistens ist die befragte Platte ja auch irgendwie gut, da man sich als Indie-Fan ja am liebsten in einem relativ geschmacksicheren Umfeld bewegt, der Zeitgeist das Übrige tut und man sich von Ignoranten schon mal gar kein Gespräch aufzwingen läßt. Aber ich schweife ab.

     
  • Bad Religion

    Ich vertrete ja die Meinung, daß jeder richtige Rockfan mit Punkverbundenheit ein Bad Religion-Album in seinen Regalen stehen haben sollte. Ich persönlich besitze die "No Control" aus dem Jahre 1989, 15 Lieder in ca. 25 Minuten. Insgesamt eine runde Sache. Der Streit geht aber spätestens dann los, wenn mich jemand fragt, warum ich nicht noch günstig drei oder vier Machwerke von Bad Religion dazu erwerbe?

     
  • Kat Frankie

    Die australische Singer/Songwriterin Kat Frankie folgte 2004 dem Ruf der aufstrebenden Berliner Neo-Folkszene. Von dort aus, d.h. vom Label Solaris Empire , kommt nun ihr Debütalbum " Pocketknife " in die deutschen Läden, welches Kat Frankie mit dem Produzenten und Schlagzeuger Simon Ayton (LUG, Phirefones) aufgenommen hat. Dankenswerterweise muß man an dieser Stelle vielleicht sagen, denn durch seinen Einsatz bei der Rhythmussektion und der Mellotron-Bedienung, distanziert sich dieses Album sehr erfreulich von Lagerfeuerromantik und bloßem akustischen Geklampfe.