Wer die geniale Single "Generator" von The Holloways schon einmal irgendwo gehört hat, der kann sich ein ungefähres Bild davon machen, wieviel Spaß hier auf Albumlänge verbreitet wird. Präziser gesprochen, auf dem Debütalbum "So This Is Great Britain?" dieser mitreißend aufspielenden, jungen Londoner Band. Das Album ist bereits im November in England (auf TVT Records) erschienen und in Deutschland bislang leider nur als relativ teurer Import zu bekommen.

Dafür liefern The Holloways uns aber 13 erfrischende Sommersongs mit ironischen Texten und ein Booklet mit eben diesen. Nach dem ersten Durchhören denkt man zwar, daß die überbordend positive Stimmung dieser Platte auf Dauer nur nervtötend sein kann - widererwartend ist sie das aber dann doch nicht. Leider wird das regnerische Wetter dieser CD in keinster Weise gerecht, also heißt es abwarten und Tee trinken bis der nächste Sommer kommt. Alternativ können diejenigen, die ein stabiles Bett ihr Eigen nennen, bis dahin auch gerne zu dieser Musik darauf herumspringen und so die Zeit totschlagen. Äußerst eingängiger Indie-Rock mit dezenten Punk-/Ska -Einflüssen, zugegeben mit wenig wirklichem Tiefgang, aber diesen Ansprüchen wollen The Holloways wahrscheinlich auch gar nicht gerecht werden. Perfekte Party-Musik und ideal zur Nachvertonung von 80er-Jahre- Madness -Videos, deshalb sagen wir, verbessert Eure Laune und CD-Sammlungen und versucht es mit The Holloways.

[PoprockUnion - 04/2006]


Bandmitglieder:  Rob Skipper (vocals, guitar), Alfie Jackson (vocals, guitar), Bryn Fowler (bass), Dave Danger (drums)

Musikstil:  Indie-Rock, Pop-Punk, Punk Pathetique

Vergleichbare Bands:  The Coral, The Libertines, The Kooks, Arctic Monkeys, They Might Be Giants, The Paddingtons, The Toy Dolls, The Rifles


Ausgewählte Diskographie:

So This Is Great Britain? (LP, 2006)    
Sinners and Winners (EP, 2008)


Song-Empfehlungen:

1. Generator  
2. Two Left Feet  
3. Dancefloor  
4. Reinvent Myself  
5. Happiness and Penniless  
6. Jukebox Sunshine








  • Bernhard Eder

    Singer-/Songwriter-Album, die zweite Rezension. Dieses Mal heißt der Künstler Bernhard Eder - den es aus Österreich momentan in die Musikmetropole Berlin verschlagen hat. Dort wurde auch der größte Teil von "The Livingroom Sessions" eingespielt. Bekannt wurde Bernhard Eder mit seiner Band [wa:rum], einer festen Größe in der österreichischen Indieszene.

     
  • Eels

    Zu Beginn ihrer Karriere machte Ober-Aal "E" mit seinen Eels einen feinen, ruhigen Gitarren-Pop. Danach wurde es poppig-bedrückend, später etwas niedlich-sarkastisch und dann krautrockig. Insgesamt ist Mastermind "E" also ein recht vielseitiger Kautz, der es immer versteht seine momentane Gefühlslage in den Songs widerzuspiegeln. Deshalb muß man die Eels eher als Gesamtkunstwerk betrachten und mögen, ansonsten wird einem diese musikalische Selbsthypnose insgesamt verschroben und richtungslos vorkommen.

     
  • Haven

    Zuerst einmal haben Haven mit Joe Moss den ehemaligen Smiths-Manager an ihrer Seite und mit Johnny Marr obendrein auch noch den Ex-Smiths-Gitarristen als Produzenten. Zweitens haben sie ein Debut-Album mit bestimmt fünf potentiellen Hitsingles, die melodiös-melancholisch irgendwo zwischen bodenständigem Rock und Britpop anzusiedeln sind.