Eine neue Liebe für tanzende Indie-Pop-Mädels mit romantischer Ader und einer Affinität zum Mitsingen. Mit Sicherheit. Sommer-Musik. Einfache Texte, schöne Melodien, auch mal akustisch, vor allem: einprägsam nach den ersten paar Durchläufen. Und wenn der Lockenkopf-Sänger seine Stimme erhebt, kanns auch mal dreckig-rotzig klingen. Überhaupt: Die Stimme ist unglaublich wandelbar. Klar, da fallen einem haufenweise Vergleiche ein, vom etablierten Indie-Pop Marke Nada Surf über britischer New-Wave-Trend à la Arctic Monkeys bis zu Garage-Pop wie wir es von Mando Diao kennen.

Aber trotzdem ist vieles einfallsreich genug, um nicht nur als Abklatsch abgetan zu werden. Also wieder einmal eine sehr junge (teils noch nicht einmal Anfang zwanzig), scheinbar unglaublich gute britische Band. Da stimmt erst einmal alles. Die Welle wird sie auf jeden Fall mitnehmen, aber von vielen werden sie vermutlich gerade deswegen ver-/missachtet werden. Vielleicht zu unrecht, zumindest behaupten sie selbst, ihre Einflüsse nicht von genannten Bands zu haben, sondern von den wirklichen Helden inspiriert zu sein und zwar so ungefähr von allen, die man halt so kennen muss: Stones, Morrison, Dylan, Neil Young, etc. Und manchen Liedern mag man das auch gerne glauben. Irgendwann wird sich die Spreu vom Weizen trennen, was die Flut an neuen, jungen, britischen Bands angeht. Bis dahin: Das Album "Inside In, Inside Out" besorgen, genießen und tanzen!

[Juliane Ried]


Bandmitglieder:  Luke Pritchard (vocals, guitar), Hugh Harris (guitar, backing vocals), Max Rafferty (bass), Paul Garred (drums)

Musikstil:  Indie-Rock, Britpop, White-Ska

Vergleichbare Bands:  The Ordinary Boys, Symposium, Kaiser Chiefs, Supergrass, Blur , Shout Out Louds, The Coral, Arctic Monkeys


Ausgewählte Diskographie:

Inside In/Inside Out (LP, 2006)
Konk  (LP, 2008)


Song-Empfehlungen:

1. Eddie's Gun
2. Sofa Song
3. You don't love me
4. Naive
5. See the world
6. Jackie Big Tits
7. Always where I need to be

  • Elektrik Kezy Mezy

    In vielerlei Hinsicht liefern die Münchner von Elektrik Kezy Mezy mit ihrem Debütalbum " ElektriCity " eine wahre Zerreißprobe ab. Lautsprecher, Stimmbänder und Gitarrensaiten werden wirklich böse gequält, so daß die Bandinfo der Plattenfirma auch völlig zu Recht von der musikalischen Umsetzung diverser Schmerzen spricht. Kopfschmerzen, Zahnschmerzen und Ohrenschmerzen werden genannt und ähnlich wie Lächeln eine gewisse Freude ins Gehirn rückkoppelt, so werden bei Elektrik Kezy Mezy nicht nur Schmerzen verarbeitet, sondern gleichwohl auch erzeugt.

     
  • Liquido

    Ruft man Liquido in den Wald, so schallt es "Narcotic" oder "One Hit Wonder" heraus. Wie gemein, aber so ist das nun mal und großartig ändern wird sich daran auch nichts mehr, egal wie viele Alben Liquido noch aufnehmen werden. Vielleicht hätten Tim Eiermann (Gitarre, Gesang) und Wolle Maier (Schlagzeug) ihre Pop-Orientierung doch besser bei ihrer früheren Metal-Punk-Band "Pyogenesis" einbringen sollen.

     
  • Basement Jaxx

    Dancefloor, Garagehouse, Hip-Hop, Reggae, Electro, sind einige Gefilde in denen die englischen DJs Felix Buxton und Simon Ratcliffe für ihr Basement Jaxx-Projekt wildern. Per Computer kleistern sie aus diesen Versatzstücken musikalische Irrgärten zusammen, die besonders dann begeistern wenn sie nicht zu verschachtelt daherkommen.