Wer wurde eigentlich zuletzt als die neuen Jam bezeichnet? Ich glaube mich zu errinnern, daß es The Ordinary Boys waren, oder doch The Dead 60s , vielleicht sogar The Paddingtons ? Nein, die Paddingtons waren ja eher die neuen Buzzcocks und dann wurden für einen Moment ja sogar noch The Kooks als Jam -Nachfolger gehandelt.


Jetzt bin ich verwirrt, hat Paul Weller denn keine Meinung, und warum ist Audio-Rezeption nur so schrecklich anonym und derartig anfällig für Verwechselungen? Kann nicht zumindest ein Nummerngirl das jeweilige Plattencover während des Hörens durch den Raum tragen? Darüber hinaus, wie wäre es wenn DJs sich einfach gute (Indie!!!) Playlisten aus dem Netz laden würden und den Winamp auf crossfaden stellten, denn dann hätten sie die Hände frei und könnten während des Auflegens das Cover herumzeigen. Als Nebeneffekt ließe sich so in vielen Discos auch die Musik deutlich verbessern, aber das ist eine ganz andere Geschichte. Soeben, und da bin ich mir völlig sicher, waren aber The Rifles , aus Walthamstow, London, die neuen Jam.
Das Album-Debüt "No Love Lost" machte sogar den kritischen NME glücklich, die Single "Repeated Offender" stürmte an die Spitze der britischen Indie-Charts und Produzent Ian "Three Lions" Broudie ( The Lightning Seeds , The Coral , The Zutons , The Subways ) verhalf den Rifles zur nötigen Pop-Kompatibilität. In guter britischer Tradition haben wir es hier augenscheinlich mit dem nächsten größeren Ausschlag auf der monatlichen Hype-Skala zu tun. Das alles ist zwar nicht gerade neu, aber die Gitarren-Arrangements klingeln ganz angenehm im Ohr und es geht zudem in die Beine. Im Oktober wird übrigens die Debüt-Single "Peace & Quiet" erneut veröffentlicht. Wir fassen zusammen: The Rifles , No Love Lost , 11 Songs, 5 Singles, 12 Hits...

[PoprockUnion - 04/2006]


Bandmitglieder:  Joel Stoker (vocals, guitar), Lucas Crowther (guitar), Rob Pyne (bass), Grant Marsh (drums)

Musikstil:  Indierock, Brit-Rock

Vergleichbare Bands:  The Paddingtons , The Dead 60s , The Ordinary Boys , The Jam, Hard-Fi , The Coral


Ausgewählte Diskographie:

No Love Lost (LP, 2006)    
Great Escape (LP, 2009)


Song-Empfehlungen:

1. Repeated Offender  
2. Local Boy  
3. She's Got Standards  
4. Peace & Quiet  
5. She's The Only One  
6. The Great Escape
7. I Could Never Lie


  • Crack Ov Dawn

    Eigentlich nicht ganz unser Metier, aber wenn schon mal eine Promo-CD direkt aus Frankreich in den Briefkasten flattert, dann sollte man diesen Umstand auch gebührend zelebrieren. Die Band zur CD heißt Crack Ov Dawn, wurde bereits im Jahre 2002 in Paris gegründet und hat nach "Dawn Addict" (2004) jetzt das Album "White Line" (07/2006) veröffentlicht. Interessanterweise tragen die Band-Mitglieder solch fabulöse Namen wie Sexy Sadie, Britney Beach, Mallaury Murder, Xander Xanax, Spicy Sky und Vinnie Valentine, wobei letzterer die Band schon wieder verlassen hat, möglicherweise weil sein Name dann doch etwas bieder geklungen hat.

     
  • Elephant

    Die Band Elephant aus Schweden macht Grunge Rock, deshalb wollen wir kurz einige Jahre Rockgeschichte zurückspulen.
    Die Grunge Welle kam irgendwann zu Anfang der 90er Jahre aus Amerika (Seattle) zu uns nach Europa herübergeschwappt und brachte uns so gute Hardrock- / Heavy-Bands wie Pearl Jam, Soundgarden, Nirvana, Smashing Pumpkins, Afghan Whigs oder auch Alice In Chains bzw. die Stone Temple Pilots. In der Rückschau und im allgemeinen damaligen Bewußtsein sollen alle diese und tausende weitere Ami-Grunge-Bands relativ ähnlich geklungen haben.

     
  • Frank Popp

    Ganze 2 Jahre hat es gedauert bis Frank Popp mit seinem Underground-Hit "Hip Teens don't wear Blue Jeans" im Jahre 2003 auch die Allgemeinheit von seinem 60er-Sound überzeugen konnte. Leider mußten sich zu diesem Zeitpunkt auch all jene erneut vom gemeinen DJ-Volk auf die Tanzfläche zerren lassen, die gerade ihre Popshopping-Phase abgeschlossen hatten.