Während hier in Europa am Ende des Jahres 2005 noch das spätsiebziger Postpunk-Recycling den Indie-Musik-Markt bestimmt, hat man andernorts schon alternative und nachfolgende Trends im Auge. Ein tolles Beispiel hierfür sind Voxtrot aus Austin in Texas. Mit ihrer EP "Raised by Wolves" hat diese unbekannte US-Band insgesamt fünf Hit-Singles vorgelegt, die auch bei Sarah Records (1987-95) gut aufgehoben wären.

Manchmal ganz im Stil der C86-Bands bzw. der Smiths ("The Start of Something"), manchmal mehr in Richtung Britpop ("Raised by Wolves"), aber immer abwechslungsreich und originell. Einfach nur brilliant und ein ganz heißer Tipp für 2006, obwohl Voxtrot nicht aus England kommen. Diese Tatsache sollte uns Festlandeuropäer aber keinesfalls daran hindern diese CD zu kaufen, sofern man sie (noch) irgendwo bekommen kann. Im Frühling (2006) soll dann die neue EP "Mothers Sisters Daughters and Wives" erscheinen und man wird sehen, ob Voxtrot ihren Stil und den enorm hohen Qualitätsstandard beibehalten können.

[PoprockUnion - 12/2005]


Bandmitglieder:  Ramesh Srivastava (vocals), Mitch Calvert (guitar), Jared Van Fleet (guitar), Jason Chronis (bass), Matt Simon (drums)

Musikstil:  Twee Pop, Indiepop

Vergleichbare Bands:  The Smiths, The Frank & Walters, Belle & Sebastian , The Field Mice, Another Sunny Day , Popsicle, The Soup Dragons


Ausgewählte Diskographie:

Raised By Wolves (EP, 2005) 
Mothers, Sisters, Daughters & Wives (EP, 2006)  
Your Biggest Fan (EP, 2006)  
Voxtrot (self-titled, LP, 2007)


Song-Empfehlungen:

1. The start of something
2. Wrecking Force
3. Raised by Wolves
4. Missing Pieces
5. Mothers, Sisters, Daughters...
6. Your Biggest Fan
7. Firecracker



  • Bernhard Eder

    Singer-/Songwriter-Album, die zweite Rezension. Dieses Mal heißt der Künstler Bernhard Eder - den es aus Österreich momentan in die Musikmetropole Berlin verschlagen hat. Dort wurde auch der größte Teil von "The Livingroom Sessions" eingespielt. Bekannt wurde Bernhard Eder mit seiner Band [wa:rum], einer festen Größe in der österreichischen Indieszene.

     
  • Eels

    Zu Beginn ihrer Karriere machte Ober-Aal "E" mit seinen Eels einen feinen, ruhigen Gitarren-Pop. Danach wurde es poppig-bedrückend, später etwas niedlich-sarkastisch und dann krautrockig. Insgesamt ist Mastermind "E" also ein recht vielseitiger Kautz, der es immer versteht seine momentane Gefühlslage in den Songs widerzuspiegeln. Deshalb muß man die Eels eher als Gesamtkunstwerk betrachten und mögen, ansonsten wird einem diese musikalische Selbsthypnose insgesamt verschroben und richtungslos vorkommen.

     
  • Haven

    Zuerst einmal haben Haven mit Joe Moss den ehemaligen Smiths-Manager an ihrer Seite und mit Johnny Marr obendrein auch noch den Ex-Smiths-Gitarristen als Produzenten. Zweitens haben sie ein Debut-Album mit bestimmt fünf potentiellen Hitsingles, die melodiös-melancholisch irgendwo zwischen bodenständigem Rock und Britpop anzusiedeln sind.