Zugegeben, hier schlägt das Poprock-Pendel weit in Richtung des Pop aus. Leichte Synthesizer-Melodien, -Flächen, -Chöre, Vocoder, unaufdringliche Jazz-Elemente, zarter Gesang von ausgeliehenen Sängerinnen. Alles in allem, sehr unaufdringlich und der Erfolg des Albums "Moon Safari" beweist wie wenig Leute ihre musikalische Prägung von einem Fahrstuhl erhalten haben. Ansonsten würde ihnen nämlich diese Musik zum Hals raushängen.

Aber solange dies nicht passiert wird wohl auch der Erfolg von Air andauern.  
Wer Air nicht mag, der sollte sich in den nächsten Jahren von Wellness-Oasen, Chillout-Zonen, sowie Klang- und Farbtherapeuten fernhalten.
Mit den nachfolgenden Alben 10000Hz Legend (2001) und Talkie Walkie (2004) konnten Air allerdings nicht so richtig überzeugen.


[PoprockUnion 04/2004]

Bandmitglieder: Jean-Benoît Dunckel, Nicolas Godin
    
Musikstil: Ambient, Electronica
    
Vergleichbare Bands: Les Rythmes Digitales, Röyksopp, Kreidler, Goldfrapp, The Moog Cookbook, Zoot Woman, Jean Michel Jarre

Ausgewählte Diskographie:

Moon Safari (LP, 1998)
The Virgin Suicides (LP, 2000)
10000Hz Legend (LP, 2001)
Talkie Walkie (LP, 2004)
Pocket Symphony (LP, 2007)
Love 2 (LP, 2009)
    
Song-Empfehlungen:

1. All I Need
2. Sexy Boy
3. Le Soleil est pres de moi
4. Playground Love
5. Once Upon A Time
6. Cherry Blossom Girl
7. Sing Sang Sung 

  • Counting Crows

    Musikalisch mag dies manche Leser in die Irre führen, aber bei den Countring Crows fällt mir spontan immer folgende Textzeile von Baxendale ein: "Well if this is really music I wouldn't want it in my world. Well if this is really music, this is music for girls." Vielleicht ist es aber auch gerade dieser tiefgründig vorgetragene Neofolk bzw. der geradlinige Bluesrock der Counting Crows, welcher mir persönlich den intellektuellen Zugang verbaut.

     
  • Interpol

    Post-Punk bzw. New Wave der frühen 80er Jahre, gepaart mit den heutigen technischen Möglichkeiten. Interpol aus New York klingen düster und atmosphärisch dicht, aber ohne dabei einen nichtsagenden Soundbrei entstehen zu lassen. Jedem einzelnen Instrument wird die nötige Aufmerksamkeit geschenkt - ein dominanter Part, ein gezieltes Break, eine eigene Ebene. Es entsteht das Gefühl als wollten sich geniale Musiker gegenseitig an die Wand spielen, ohne das es dem einzelnen jemals gelingen könnte.

     
  • We Are Scientists

    Bei uns erscheint das We Are Scientists Major-Debüt "With Love and Squalor" erst im März 2006 - etwas spät könnte man jetzt meinen. Ganz passend heißt dann auch ein Titel "This Scene is Dead". Trotzdem ist dieses Album uneingeschränkt empfehlenswert für all diejenigen, die einfach alles haben wollen, oder für Indie-Fans, denen noch ein 36-Minuten-Ritt durch die Post-Punk-Hits des Jahres 2005 in der Sammlung fehlt. Der Song "Worth the Wait" klingt wie Hot Hot Heat, der Rest liegt irgendwo zwischen Maximo Park, Bloc Party und The Killers.