Aqualung, deren einziges permanentes Mitglied Matt Hales ist, wurde in England praktisch über Nacht mit dem Song "Strange & Beautiful" bekannt. Dieser untermalte einen VW-Werbespot und erreichte Platz 5 in den UK-Charts. Mittlerweile hat Matt Hales sogar schon zwei schöne Alben veröffentlicht, aber für den endgültigen Durchbruch sollte der studierte Musiker sein Talent und Können noch mit ein wenig mehr Originalität aufwerten.

 

Bislang gerinnen nämlich zu viele Lieder zu seichtem melancholischem Brei. Natürlich, ganz großer Pop könnte man meinen und sagen, dennoch wird man hier keine Hymnen finden, die Coldplay, Snow Patrol oder auch Embrace nicht besser drauf haben. Sicher hat Matt Hales verträumte Songs für permanent Verliebte im Angebot, entrückte Britpop-Hymnen mit wunderbaren Arrangements in der Auslage und obendrein eine schöne Stimme. Aber als ganzes langes Album geht einem dieses Geseier doch irgendwann gehörig auf die Nerven. So ist Aqualung dann auch ein treffendes Beispiel dafür, inwiefern ungewöhnliche, schräge bzw. unpassende B-Seiten als Füllmaterial die A-Seite aufwerten könnten, wenn es sie dann gäbe...  


[PoprockUnion 04/2005]

Mitglieder: Matt Hales

Musikstil: Britpop, Singer-/Songwriter

Vergleichbare Bands: Elliott Smith, Coldplay, Eskobar

Ausgewählte Diskographie:

Aqualung (LP, 2002)
Still Life (LP, 2003)
Strange & Beautiful (LP, 2005)
Memory Man (LP, 2007)
Words And Music (LP, 2008)
    
Song-Empfehlungen:

1. Strange & Beautiful
2. Easier to Lie
3. Brighter Than Sunshine
4. Something To Believe In
5. Good Times Gonna Come
6. Pressure Suit

  • Backyard Babies

    In Schweden ist es ganz offensichtlich, die Abba-Generation ist erwachsen geworden und schlägt mit wilden Gitarren nach den Geistern der Vergangenheit. Man muß hierbei aber deutlich unterscheiden, denn die Backyard Babies sind nicht "The Hives", auch nicht unbedingt "The (International) Noise Conspiracy", und schon gar nicht "Mando Diao". Die musikalischen Wurzeln der Backyard Babies liegen eher im Bereich von Punk, Sleaze-Metal und neuerdings auch in Bereichen des LA-Rocks.

     
  • Maximo Park

    Einer der vielen Hypes des Jahres 2005. Und gleichzeitig Teil des Hypes um die Nachahmer von Franz Ferdinand. Sie drohen darin unterzugehen, werden aber andererseits aus der Masse hervorgehoben. Ihr Debüt "A Certain Trigger" ist zumindest zu gut, um es des Hypes wegen nicht zu beachten. New-Wave-Pop in bester Form, keine Kompromisse, Füller oder Aussetzer in der Setlist.

     
  • Fad Gadget

    Fad Gadget (alias Frank Tovey) war 1979 der erste Künstler auf dem heute weithin bekannten Mute Label (Depeche Mode, Erasure) und er gilt als richtungsweisend in Sachen elektronischer Musik. Mit seinen exzentrischen Bühnenshows und hart-düsteren Synthesizer-Klängen wurde Fad Gadget zur Kultfigur und kann als Vorläufer für Industrial und EBM angesehen werden. Fad Gadget machte nur sehr selten Zugeständnisse an die Hitparaden, ähnlich wie die Postpunk-Band Gang Of Four, mit denen Frank Tovey auch eine gewisse Grundhaltung teilte.