Was kann man tun wenn der Verstärker bereits an allen Reglern die 10 erreicht hat? Richtig, man dreht ihn weiter auf bis zur 11, werden Spinal Tap-Fans jetzt sagen! Was kann aber ein Rockmusiker tun, wenn er mit 19 Jahren schon alles erreicht hat? Nichts, er kann nur verlieren - seine alten Fans, seine zukünftigen Charterfolge, bestenfalls nur seine jetzige Band. Diese Erfahrung hat auch Tim Wheeler, Sänger der Nord-Irischen Band "Ash", gemacht bzw. wird er noch machen.


Mit ihrem Album "1977" haben Ash im Jahre 1996 so ziemlich jeden im Vereinten Königreich begeistert, denn es war ein tolles Album, mit guten Singles (Goldfinger, Girl from Mars, Kung Fu, Oh Yeah, Angel Interceptor) und es wurde auf dem Höhepunkt der Britpop-Euphorie veröffentlicht. Danach kam noch die gute Soundtrack-Single "A Life less ordinary" und dann war erst einmal Schluß mit schönen Poppunkhymnen. Es folgte das frühe Spätwerk "Nu-Clear Sounds" bis dann mit "Free all angels" im Jahre 2001 Teile des verlorenen Terrains zurückgewonnen werden konnten.
Nach ihrem letzten regulären Studioalbum "Twilight Of The Innocents" (2007) kündigten Ash an, von nun an nur noch Singles zu veröffentlichen. Ganz konkret bedeutet dies, daß die Band von Oktober 2009 bis Oktober 2010 insgesamt 26 Singles veröffentlichen wird. Unter dem Namen "A-Z Series" wird alle vierzehn Tage eine neue Ash-Single als digitaler Download und auf Vinyl veröffentlicht werden. Die erste dieser Singles erscheint somit am 12.10.2009 und trägt den Namen "True Love 1980". Eine schöne und zugleich innovative Vermarktungs-Strategie im Zeitalter des digitalen Downloads und für uns eine willkommene David Gedge-Huldigung, der mit seiner Band "The Wedding Present" (Stichort: Hit Parade 1+2) im Jahre 1992 eine ähnliche Idee hatte.


[PoprockUnion 08/2004]

Mitglieder: Tim Wheeler (vocals, guitar), Mark Hamilton (bass), Rick McMurray (drums), Charlotte Hatherlay (guitar)
    
Musikstil: Indie-Rock, Power-Pop, Punk
    
Vergleichbare Bands: The Wannadies, Les Thugs, Buzzcocks

Ausgewählte Diskographie:

Trailer (LP, 1994)
1977 (LP, 1996)
Nu-Clear Sounds (LP, 1998)
Free All Angels (LP, 2001)
Meltdown (LP, 2004)
Twilight Of The Innocents (LP, 2007)
A-Z Series (geplant sind 26 Singles, 2009-2010)
    
Song-Empfehlungen:

1. Girl From Mars
2. Petrol
3. Shining Light
4. Kung Fu
5. Jack Names The Planets
6. Angel Interceptor
7. Goldfinger
8. Return Of White Rabbit (ROWR)

  • Jesus Jones

    Angefangen hat alles mit dem Hit "Info Freako" (1989) und einem Album das dieses innovative Patentrezept aus nervösen Computerloops, Samples, punkig-psychedelischen Gitarren und gefilterten Gesangsversuchen bis zum Erbrechen wiederholte. Das zweite Album "Doubt" traf 1991 auf dem Höhepunkt der Rave-Euphorie genau den Nerv der Zeit. Insgesamt vier tanzbare-poppige Charthits katapultierten "Doubt" auf den ersten Platz der UK-Charts.

     
  • Maximo Park

    Einer der vielen Hypes des Jahres 2005. Und gleichzeitig Teil des Hypes um die Nachahmer von Franz Ferdinand. Sie drohen darin unterzugehen, werden aber andererseits aus der Masse hervorgehoben. Ihr Debüt "A Certain Trigger" ist zumindest zu gut, um es des Hypes wegen nicht zu beachten. New-Wave-Pop in bester Form, keine Kompromisse, Füller oder Aussetzer in der Setlist.

     
  • The Haddocks

    Bislang hatten wir die Schweiz nicht auf unserer musikalischen Indie-Landkarte. Das hat sich jetzt aber schlagartig geändert, denn Anfang Juni beglückte uns das Schweizer Künstler-Kollektiv und Indie-Label Ikarus Records mit dem Debütalbum von The Haddocks. Das Album heißt "The Year Before The Year Of Sekiuah" was sinngemäß in etwa bedeutet, heute ist der letzte Tag an dem man den Joghurt im Kühlschrank noch essen kann. Oder wie der Engländer sagt: "Your guess is as good as mine."