Cabaret Voltaire aus Sheffield gehören zu der schwer zugänglichen Avantgarde des 80er Synthie-Pops. Mit Tonbandgeräten und allen erdenklichen elektronischen Klangerzeugern versuchten sie damals althergebrachte Hörgewohnheiten zu verändern. Natürlich waren Cabaret Voltaire mit dieser Herangehensweise zu jener Zeit nicht mit dem vorherrschenden Massengeschmack vereinbar.

In den nachfolgenden Jahren erweiterten sie jedoch ihr musikalisches Repertoire um Funk-, Soul- und ethnische Elemente und so konnten kleinere Erfolge im Underground-Dancebereich gefeiert werden. Dennoch gelten sie allgemeinhin als einflußreiche Vorreiter und wichtige Inspirationsquelle für die später erfolgreichen EBM- und Industrial-Bands.


[PoprockUnion 04/2002]

Mitglieder: Stephen Mallinder (vocals), Richard Kirk (guitar, synthesizer), Alan Fish (drums)

Musikstil: Industrial, Electro, Post-Punk
    
Vergleichbare Bands: Fad Gadget, Nine Inch Nails, Front 242, Die Krupps, Wire
      

Ausgewählte Diskographie:

    Mix-Up (LP, 1979)
    The Voice Of America (LP, 1980)
    Red Mecca (LP, 1981)
    The Crackdown (LP, 1983)
    Micro Phonies (LP, 1984)
    Code (LP, 1987)
     

Song-Empfehlungen:

    1. Silent Command
    2. Nag Nag Nag
    3. Sensoria
    4. Three Mantras
    5. Seconds Too Late
    6. The Drain Train  

  • Gene Loves Jezebel

    Gothic-Rock-Formation um die Zwillingsbrüder Jay und Michael Aston. In den 80er Jahren waren Gene Loves Jezebel immer auf den vordersten Plätzen der englischen Indie-Charts zu finden, da sie mit den anderen Bands auf Situation Two/Beggars Banquet auch in das passende Label-Umfeld eingebettet waren. Insgesamt zwar atmosphärisch dicht, aber nicht unbedingt so düster wie beispielsweise die Fields Of The Nephilim.

     
  • Hefner

    Independent-Band aus England mit leichten Folk-Einflüssen, die irgendwann auf die witzige Idee kam auch mal die Gitarren komplett durch Synthesizer zu ersetzen (nämlich auf Dead Media, 2001). Wer dies jetzt für sittenwidrig hält kann sich damit trösten, daß die eingefleischten Hefner-Fans ähnlich reagierten.

     
  • Lit

    1999 waren Lit in Amerika ziemlich angesagt und dieser Erfolg brachte sie mit einiger Verzögerung auch nach Deutschland. Lustige Videos mit Pamela Anderson und Dee Synder von Twisted Sister wurden gedreht und Lit hatten mit dem Poppunk-Album "A place in the sun" eben diesen für sich gepachtet. Und gepachtet trifft es dann auch ganz gut, denn danach ging es stetig abwärts, was in uns aber eine ähnliche Verwunderung auslöst wie der überraschende Erfolg von damals.