Hier mal wieder ein fulminanter Vertreter der Schwedenrock-Fraktion. Im Stil einer gut kalkulierten Auftragsarbeit durchspülen die Caesars gekonnt die ausgetrockneten Ohren in aller Welt. Auf dem Plan steht dabei ein leicht psychedelischer 60s-Garagen-Rock mit der obligatorischen Schweineorgel. Wer jetzt ein paar gezielt gesetzte Farbtupfer erwartet, wird mit Action Painting überrascht. Hier wird man mit potentiellen Singles und Hitideen zugekleistert, was die Werkschau "39 Minutes Of Bliss (In An Otherwise Meaningless World)" (2003) für alle neuen Fans und Nicht-Schweden wunderbar dokumentiert.

Eigentlich kennt aber sowieso schon jeder die Caesars, denn "Jerk it out" und "Kick you out" waren 2004/2005 beliebte Werbesongs, u.a. für Apples Ipod Shuffle, Budweiser, Cortal Consors, Nivea, Peugeot.
Mittlerweile gibt es aber ein fast komplett neues Album von den Caesars, es heißt "Paper Tigers", es wird wieder georgelt, es ist wieder "Jerk it out" drauf, es ist wieder voller Hits und..., was sagst Du, ...auf Dauer und Albumlänge etwas ermüdend? Das will ich nicht gehört haben!


[PoprockUnion 04/2005]

Bandmitglieder: Cesar Vidal (vocals, guitar), Jocke Åhlund (guitar), David Lindqvist (bass), Nino Keller (drums)

Musikstil: Power-Pop, Garage-Rock
    
Vergleichbare Bands: Inspiral Carpets, The Clint Boon Experience, Mando Diao, Hot Hot Heat


Ausgewählte Diskographie:

    Cherry Kicks (Caesars Palace, LP, 2000)
    Love For The Streets (Caesars Palace, LP, 1998)
    39 Minutes Of Bliss (LP, 2003)
    Paper Tigers (LP, 2005)
    Strawberry Weed (LP, 2008)
     

Song-Empfehlungen:

    1. Jerk It Out
    2. Sort it Out
    3. Good And Gone
    4. (I'm Gonnna) Kick You Out
    5. Soul Chaser

  • moi Caprice

    Wenn ich täglich zusehen muß, wie deutsche Hip-Hop bzw. Rapmusik medial überrepräsentiert wird, sich präsentiert oder präsentieren läßt, bekomme ich ganz schnell das Bedürfnis in eine Universitätsbibliothek zu flüchten, oder zumindest musikalische Abgrenzung zu betreiben. Manchmal denke ich auch wehmütig an Schweden, denn dort gibt es keinen Rap, habe ich mir sagen lassen. Dort beherrscht der gepflegte Indie-Pop die Charts, jedenfalls will ich das glauben. Und wo die Schweden etwas auf die Beine gestellt haben, wollen auch die Dänen ihren Teil abhaben, doofe Bandnamen inklusive, oder, um nicht ungerecht zu sein: die dänische Indie-Band moi Caprice könnte ich mir auch gut als schwedische Labrador -Veröffentlichung vorstellen.

     
  • Blur

    Neben Oasis bekamen Blur im Jahre 1995 die Vorreiterrolle in Sachen Britpop zugesprochen, obwohl der eigentliche Aufstieg von Blur schon 1991 im Fahrwasser der britischen Rave-Euphorie begann. Damals kamen Blur aber etwas zu spät und so konnten sie nur kurzfristigen Erfolg genießen.

     
  • Electric Six

    Um eines gleich vorab klarzustellen, die Electric Six sind eigentlich Amerikaner, wurden aber frühzeitig von England, den britischen Charts und der dortigen Presse adoptiert. Genauer formuliert, die Amis haben den Witz nicht verstanden und der NME hat mal wieder das nächste große Ding gewittert. So beschreibt der NME ihren Stilmix dann auch ganz innovativ als Discopunk und man denkt unweigerlich an Sigue Sigue Sputnik aus den 80ern und muß gähnen.