Eine dänische Band, die den Sprung ins Ausland schafft. Vielleicht auch nicht. Carpark North möchten es gern allen recht machen: Pop, Elektro und Rock wird da wild durcheinander gemischt. Und genau das ist ihr Problem. Auf ihrem Auslanddebüt, passenderweise "All Things To All People" betitelt, klingt manches so unglaublich gut. Und zwar die Lieder, die nicht zwanghaft alle Richtungen verbinden. In gut der Hälfte allerdings werden atmosphärische Strophen durch unpassende bis disharmonische Refrains zerstört, die klingen, als wäre den Jungs nach der Strophe nichts mehr eingefallen.

Oder auch so, als könnten sich die Akkorde nicht zwischen Dur und Moll entscheiden. Manchmal werden außerdem die Synthieeinsätze schlichtweg peinlich, klassische Chorgesänge erzeugen denselben Effekt. Die Frage ist, ob die grandiosen Momente der Platte das kompensieren können.


[Juliane Ried]

Marc meint: Ganz so viele Peinlichkeiten kann ich bei Carpark North auf Anhieb nicht entdecken. Zugegeben, manchmal erinnern einzelne Songs bzw. der Songaufbau an Bands wie Mew oder Kashmir, die ebenfalls von Joshua, alias Jon Schumann, produziert wurden. Dies würde ich allerdings positiv bewerten, da Carpark North nicht ganz so sperrig und kompliziert daherkommen wie z.B. Mew mit ihren "Glass Handed Kites". Auch die Anreicherung des Indierock durch Synthie und Drumcomputer geht in Ordnung, sie bringen ein wenig Abwechslung und Eigenständigkeit in die Sache. Na ja, aber ich finde auch Melody Club nicht völlig peinlich, selbst wenn diese Schweden in bezug auf ausgelutschte Drum- und Synthie-Sounds in einer ganz anderen Liga spielen und ich Carpark North niemals damit vergleichen möchte...


[PoprockUnion 2005]

Bandmitglieder: Lau Højen (vocals, guitar), Søren Balsner (bass), Morten Thorhauge (drums)

Musikstil: Indie-Rock, Synthie-Pop

Vergleichbare Bands: Mew, Nada Surf, Placebo, The Killers, Kent, Reamon, The Rasmus, Kashmir
     

Ausgewählte Diskographie:

    Carpark North (LP, 2003)
    All Things To All People (LP, 2005)
    Grateful (LP, 2008)
     

Song-Empfehlungen:

    1. Berlin
    2. Human
    3. Fireworks
    4. Homeland
    5. Best Day
    6. Save Me From Myself

  • Cold War Kids

    Das Schlagzeug rumpelt und die Percussion scheppert, die markdurchdringende Stimme von Sänger Nathan Willet legt sich behauptend darüber, daneben wummert der Bass. Dies sind, kurz gesagt, die Cold War Kids aus Kalifornien, ein nicht mehr ganz unbekannter Hype aus dem Myspace- und Blog-Umfeld. Immerhin haben die vier Kalifornier in den letzten zwei Jahren auch schon 3 EPs (Mulberry Street EP, With Our Wallets Full EP, Up In Rags EP) veröffentlicht. Aus diesem Fundus rekrutiert das Debütalbum der Cold War Kids vornehmlich seine Songs.

     
  • Cake

    Mangelnden Wiedererkennungswert kann man der kalifornischen Band Cake nun wirklich nicht vorwerfen. Die funkigen Bassläufe, der permanente Trompeteneinsatz und der markante (Sprech-) Gesang mit sarkastischen Texten führte zu einem ganz eigenen Stil. Mit der Coverversion von "I will survive" wurden Cake dann 1997 auch in Deutschland bekannt und sind seitdem auch hier mehr als nur ein Geheimtip. Allerdings darf nicht unterschlagen werden, daß dieses klare Erfolgsrezept in Zukunft auch Abnutzungserscheinungen unterliegen dürfte.

     
  • Die Ärzte

    Die Ärzte aus Berlin sind die selbsternannte beste Band der Welt. Auch wenn das natürlich eine ironische Überhöhung ist, so wissen sie doch wie man es schafft dauerhaft im Gespräch zu bleiben und wie man gute, abwechslungsreiche Single-Auskopplungen mit genügend Erfolgspotential vornimmt.