Neben Oasis bekamen Blur im Jahre 1995 die Vorreiterrolle in Sachen Britpop zugesprochen, obwohl der eigentliche Aufstieg von Blur schon 1991 im Fahrwasser der britischen Rave-Euphorie begann. Damals kamen Blur aber etwas zu spät und so konnten sie nur kurzfristigen Erfolg genießen.

Nachdem dann auch ihr 93er Album "Modern Life is Rubbish" nicht mehr als ein Achtungserfolg blieb, glänzten Blur 1994 mit einer kleinen musikalischen Kurskorrektur, der Hitsingle "Girls & Boys" und dem tollen Album "Parklife". Fortan waren Blur die neuen Superstars in England und wurden als intellektuelle Alternative zu den herumpöpelnden Oasis gehandelt. Der darauffolgende (Vermarktungswett-)Streit erreichte 1995 seinen Höhepunkt als Blur und Oasis mit ihren gleichzeitig veröffentlichten Single-Auskopplungen "Country House" (Blur) und "Roll with it" (Oasis) um die Chartspitze in England kämpften.
Nach dem Ende des Britpop wurde es dann ruhig um Blur, bis 1997 mit dem rauhen und energiegeladenen "Song 2" ein neues Erfolgskapitel der Band aufgeschlagen werden konnte. Seit dieser Zeit präsentieren sich Blur musikalisch mehr und mehr richtungslos, was Kritiker teilweise als durchaus zeitgemäß und innovativ würdigten, aber was dennoch viele alte Fans enttäuschte.


[PoprockUnion 04/2003]

Bandmitglieder: Damon Albarn (vocals), Graham Coxon (guitar), Alex James (bass), Dave Rowntree (drums)
    
Musikstil/-Genre: Indie-Rock, Britpop
    
Vergleichbare Bands:  XTC, Dodgy, The Kinks, Pavement, Suede, The Jam
    
Ausgewählte Diskographie:

Leisure (LP, 1991)
Modern Life Is Rubbish (LP, 1993)
Parklife (LP, 1994)
The Great Escape (LP, 1995)
Blur (LP, 1997)
13 (LP, 1999)
Think Tank (LP, 2003)
The Magic Whip (LP, 2015)    

Song-Empfehlungen:

1. There's no other way
2. Girls & Boys
3. Song 2
4. She's So High
5. Popscene
6. For Tomorrow
7. Beetlebum
8. Coffee & TV
9. The Universal

  • Joy Division

    Knackig-nüchterne Post-Punk-Arrangements, verwoben mit düster-atmosphärischen Keyboard-Flächen und einem emotionslos-eindringlichen Gesang, das waren die Markenzeichen von Joy Division, einer Band die erst nach dem Selbstmord von Sänger Ian Curtis (18.05.1980) zur Legende wurde.

     
  • Babybird

    Stephen Jones, alias Babybird, ein Sänger und Songwriter aus dem Vereinten Königreich, genauer gesagt aus Sheffield. Er stürmte 1996 in die britische Top-Ten (genau, Britpop-Sellout läßt grüßen) mit dem tollen Titel "You're gorgeous".
    Zuvor hatte Stephen Jones aber schon in Eigenregie und per Homerecording ganze 4 Alben aufgenommen.

     
  • Anthony's Attic

    Anthony's Attic kommen aus Hamburg, schickten uns vor einigen Tagen ihre Tonträger und erfüllen seitdem unsere Redaktionsräume mit dem Klang ihrer fröhlich-exzentrischen Partymusik. Bevor der altersweise Leser unseres kleinen Online-Magazins jetzt vorschnell an James Last "Non-Stop Dancing '77" denkt, korrigieren wir uns selbst, betonen lieber die Exzentrik und verweisen ferner auf die nervöse Gitarrenarbeit und Rhythmik des ursprünglichen New-Wave.