Schimmernde Schrammelgitarren und bisweilen auch die typische David Gedge-Intonation machten Decoration zu einer Lieblingsband des mittlerweile verstorbenen BBC-Kult-DJs John Peel. Damals noch gänzlich ohne Plattenvertrag dürfen jetzt, im Januar 2006, auch die deutschen C86 und Wedding Present-Fans am Debüt-Album "Don't disappoint me now" ihre helle Freude haben. Produziert wurde dieses tolle Album von Pat Collier (House Of Love, Adorable, New Model Army, Kingmaker). Auf eine sehr angenehme Art wird man an die Zeiten von Creation und Sarah Records erinnert.

Wem dies nun alles nichts sagt, der nutze die Gunst der Stunde um die Geschichte des britischen Indie-Gitarren-Pops aufzuarbeiten. Anfangen kann man ja mit Decoration, erschienen auf SL Records, denn viel falsch machen kann man mit dieser Platte nicht. Wer sich trotz aller Vergleiche und Empfehlungen nicht zu einem Spontankauf durchringen kann, der sollte sich die MP3s auf der neuen MySpace-Seite von Decoration anhören.
Da uns die Indie-Band Decoration immernoch am Herzen liegt, möchten wir unsere Leserschaft auf einen Nachschlag hinweisen. Ab März 2007 gibt es auch bei uns in Deutschland das Mini-Album "Flippant" käuflich zu erwerben. Es enthält die B-Seiten der "Don't disappoint me now"-Singles und einige neue Titel, u.a. den schönen Song "Candidate".

(P.S.: Liebe Motor.de-Redakteure, Ihr habt bestimmt auch Mittel und Wege (Betonung auf Mittel) die Decoration-CD zu rezensieren und braucht deshalb nicht 50% unserer Formulierungen ungefragt zu übernehmen. Google und unsere Redaktion mag nämlich keinen "Duplicate Content", deswegen schreiben wir auch alles eigenhändig und eigenverantwortlich. Indie, Ihr versteht?)


[PoprockUnion 04/2007, Update]

Mitglieder: Stuart Murray (vocals), Steven Dickinson (guitar), Sam Noble (bass), Wes Victorio (drums)
    
Musikstil: C-86, Indie-Rock, Twee-Pop
    
Vergleichbare Bands: The Wedding Present, REM, Ballboy, The Frank & Walters, Another Sunny Day, Idlewild  


Ausgewählte Diskographie:

    Don't Disappoint Me Now (LP, 2006)
    Flippant (B-Sides & New Tracks, 2007)
    See You After The War (LP, 2009)
     

Song-Empfehlungen:
    1. I tried it, I liked it, I loved it
    2. Escape Routine
    3. Pine
    4. Every Dog Has Its Day
    5. Intercom
    6. Square Mile

  • Nada Surf

    Als Musik-Junkie wird man ja oft gefragt, ob Platte X von Band Y wirklich so gut ist wie alle sagen (und ich warte schon jetzt auf den Tag, an dem ich diesen Artikel ändern muß, weil gerade eine Band namens Y die Platte X veröffentlicht hat). Meistens ist die befragte Platte ja auch irgendwie gut, da man sich als Indie-Fan ja am liebsten in einem relativ geschmacksicheren Umfeld bewegt, der Zeitgeist das Übrige tut und man sich von Ignoranten schon mal gar kein Gespräch aufzwingen läßt. Aber ich schweife ab.

     
  • Longwave

    Longwave würde ich spontan nach England verlegen und auch dort die Referenzen suchen, da sie aber aus New York kommen, liest man natürlich irgendwie überall Vergleiche wie Interpol und Strokes. Dabei sehen sie höchstens ein wenig wie die Strokes aus, aber Interpol höre und sehe ich da beim besten Willen nicht heraus. Vielleicht kann man ihr Album "The Strangest Things", welches sehr schön ist, noch am ehesten mit dem letzten Stills-Album vergleichen.

     
  • Elastica

    Die beinahe Frauenband Elastica hatte im Britpop-Jahr 1995 mehrere beinahe Hits, die sie beinahe ganz alleine geschrieben hatten. So bemerkten aber Wire, daß "Connection" doch einige Ähnlichkeit mit "Three girl rhumba" aufwies und die Stranglers hörten in "Waking Up" irgendwie "No more heroes" heraus. Aber egal, denn dafür war Sängerin Justine Frischmann tatsächlich die Freundin von Brett Anderson und Damon Albarn und das Album "Stutter" konnte tatsächlich den ersten Platz der britischen Album-Charts belegen.