Brian Molko, der Sänger der Band Placebo hat oft seltsame Haare, er schminkt sich, im Gesicht weiß, um die Augen schwarz, klaut angeblich auch heute noch gerne CDs, war lange Zeit verschiedensten Drogen verfallen, wäscht sich maximal einmal die Woche die Haare, nimmt einen Song auch schon mal nackt auf, nennt Rauchen, Kiffen, Star Trek und Bloody Marys seine Leidenschaft - als Kind ein Einzelgänger, hat er heute als Sänger einer so erfolgreichen Band das richtige Ventil für sein, nennen wir es mal künstlerisches Wesen gefunden.

Er gibt Placebo mit seiner markant-nöligen Stimme einen Wiedererkennungseffekt.
Die ersten Demos bekam zufällig David Bowie in die Hände, der Placebo kurzerhand als Support mit auf Tour nahm. Ihren Stil haben sie bereits 1996 mit dem selbstbetitelten Debüt gefunden. Das erste Album war gut, jedes weitere noch besser. "Without You I'm Nothing", der Soundtrack zum Verlust einer geliebten Person, das so intensiv ist, dass man die Musik einfach spürt. S.P.Ü.R.T. Mit "Black Market Music" machen Placebo die Elektronik zu einem Teil ihrer Musik, "Sleeping With Ghosts" ist gleichzeitig mehr Pop und mehr Elektronik denn je.
Placebo ist Musik für alle, die leiden, um sich in dieser Musik und der eigenen Verzweiflung zu suhlen. Aber Placebo ist auch Musik zum Rocken (Every you, every me; Nancy Boy usw.) und bietet zudem oft genug Texte mit einem Augenzwinkern. "A friend in need's a friend indeed, a friend with weed is better... (Pure Morning, 1998)"


[Juliane Ried]

Bandmitglieder: Brian Molko (vocals, guitar, bass), Stefan Olsdal (bass, guitar, keyboards) Steve Hewitt (drums, bis 2007),
    
Musikstil: Indie Rock, Punk, Power Pop
    
Vergleichbare Bands: Muse, Ash, Belly, My Vitriol, Idlewild, Pixies, Marion, Symposium, JJ72

Ausgewählte Diskographie:

Placebo (LP, 1996)
Without You I'm Nothing (LP, 1998)
Black Market Music (LP, 2000)
Sleeping With Ghosts (LP, 2002)
    
Song-Empfehlungen:

1. Ask for Answers
2. English Summer Rain
3. Sleeping With Ghosts
4. You don't care about us
5. Slave to the wage
6. Special K
7. 36 Degrees

  • Interpol

    Post-Punk bzw. New Wave der frühen 80er Jahre, gepaart mit den heutigen technischen Möglichkeiten. Interpol aus New York klingen düster und atmosphärisch dicht, aber ohne dabei einen nichtsagenden Soundbrei entstehen zu lassen. Jedem einzelnen Instrument wird die nötige Aufmerksamkeit geschenkt - ein dominanter Part, ein gezieltes Break, eine eigene Ebene. Es entsteht das Gefühl als wollten sich geniale Musiker gegenseitig an die Wand spielen, ohne das es dem einzelnen jemals gelingen könnte.

     
  • moi Caprice

    Wenn ich täglich zusehen muß, wie deutsche Hip-Hop bzw. Rapmusik medial überrepräsentiert wird, sich präsentiert oder präsentieren läßt, bekomme ich ganz schnell das Bedürfnis in eine Universitätsbibliothek zu flüchten, oder zumindest musikalische Abgrenzung zu betreiben. Manchmal denke ich auch wehmütig an Schweden, denn dort gibt es keinen Rap, habe ich mir sagen lassen. Dort beherrscht der gepflegte Indie-Pop die Charts, jedenfalls will ich das glauben. Und wo die Schweden etwas auf die Beine gestellt haben, wollen auch die Dänen ihren Teil abhaben, doofe Bandnamen inklusive, oder, um nicht ungerecht zu sein: die dänische Indie-Band moi Caprice könnte ich mir auch gut als schwedische Labrador -Veröffentlichung vorstellen.

     
  • Billy Bragg

    Singer-/Songwriter Steven William Bragg ist ein Held der Arbeiterklasse. Ausgerüstet nur mit seiner Stimme und einer E-Gitarre machte er sich anfangs der 80er Jahre in Großbritannien einen Namen als klassischer Protestsänger. In Deutschland wurde Billy Bragg 1986 mit seinem Titel "A New England" bekannt, der in seinem Heimatland in der Interpretation von Kirsty MacColl sogar eine Top-Ten-Plazierung erreichte.