Hier findet man alle unsere Album-Kritiken und Band-Reviews in seltsamer bzw. willkürlicher Reihenfolge. Der Genre-Mix umfaßt dabei Independent, New Wave, Britpop, C86, Postpunk, Shoegazer, Madchester Rave, Gothic Rock, aber auch noch andere Stile die heute nicht mehr ganz in unser Konzept passen.

 

Hard-Fi, wieder eine frische Band aus England, genauer dem West-Londoner Vorort Staines. Hinter ihrem häßlichen gelben Cover mit Überwachunskamera (Stars of CCTV) verbirgt sich ein solides und sauber produziertes Debüt-Album. Hard-Fi klingen also nicht dreckig, der trendige Postpunk-Einfluß hält sich in Grenzen und auch den üblichen Coldplay-Konsens-Pop gibt es hier nicht. Wer jetzt was richtig originelles und eigenständiges von Hard-Fi erwartet wird aber ebenso enttäuscht.

Zuerst einmal haben Haven mit Joe Moss den ehemaligen Smiths-Manager an ihrer Seite und mit Johnny Marr obendrein auch noch den Ex-Smiths-Gitarristen als Produzenten. Zweitens haben sie ein Debut-Album mit bestimmt fünf potentiellen Hitsingles, die melodiös-melancholisch irgendwo zwischen bodenständigem Rock und Britpop anzusiedeln sind.

Vielleicht haben uns Tunesday Records ja ganz böse reingelegt als diese uns auf Haymo Doerk , mit dem Hinweis auf Poems For Laila, aufmerksam machten. Unsere kleine Redaktion kannte nämlich die Folk-Rock Band Poems For Laila noch aus den frühen 90er Jahren. Immerhin produzierte kein geringerer als David M. Allen (The Cure) damals das Album "La Filette Triste". Warum sollte also ein früherer Poems For Laila-Gitarrist nicht zu unserer Zielgruppe passen.

Independent-Band aus England mit leichten Folk-Einflüssen, die irgendwann auf die witzige Idee kam auch mal die Gitarren komplett durch Synthesizer zu ersetzen (nämlich auf Dead Media, 2001). Wer dies jetzt für sittenwidrig hält kann sich damit trösten, daß die eingefleischten Hefner-Fans ähnlich reagierten.

Im Laufe der Zeit haben Helium ihre wütenden und progressiven Gitarrenausbrüche immer weiter zurückgefahren, wodurch mehr Raum für verspieltere Arrangements und eine reichhaltigere Instrumentierung geschaffen wurde. Diese Hinwendung zu eingängigeren und abwechslungsreicheren Songs wird besonders auf dem bislang letzten Album "The Magic City" (1997) deutlich. Danach wurden Helium erst einmal auf Eis gelegt, da sich Mary Timony ihrem eigenen Album widmete (The Golden Dove, 2002, ebenfalls auf Matador).

Nachdem die Kanadier von Hot Hot Heat mit der tollen Single "Bandages" und dem Album "Make Up The Breakdown" (2003) schlagartig bekannt geworden sind, nöhlt Frontmann Steve Bays einem 2005 mit dem Album "Elevator" einen ganzen Stapel Nachfolgehits in die Ohren. Gut für die Indie-Tanzfläche und durchaus gelungen, genauso wie der Vorgänger, aber auf Albumlänge überfordert mich der hysterische Gesang, gepaart mit der hektischen Rhythmik, doch ein wenig.

Zusammengefummelt aus Ride-Überresten, genauer gesagt dem Ex-Ride-Gitarristen Andy Bell, tischen Hurricane #1 Kurzlebiges anstelle von Kurzweiligem auf. Während man die Single-Auskopplungen durchweg noch als heiß bezeichnen kann, findet man auf den Alben durchweg nur noch kalten Kaffee.

I Am Kloot kommen aus England und sind eher was für ruhige und dunkle Stunden. Dies beweisen sie auch auf ihrem dritten Album "Gods and Monsters", bei dem die Instrumentierung zwar etwas üppiger und abwechslungsreicher ausgefallen ist als bei den Vorgängern, dennoch findet man weiterhin keine potentiellen Sommerhits oder gar einen Indie-Club-Knaller. Konsequent! Zeitloser melancholischer Gitarrenpop, den man aber tunlichst im Herbst/Winter veröffentlichen sollte.

Wer hätte das gedacht, Ian Brown, Sänger der legendären Stone Roses hat mittlerweile schon vier respektable Soloalben herausgebracht. Dabei war er gar nicht für großartige musikalische Virtuosität bekannt, sondern eher für seine große Klappe. Die große Klappe hat Ian Brown auch nicht verloren, aber dafür Sampling-Loops und elektronische Sounds gefunden, wodurch sich seine Musik fernab der Stone Roses bewegt und so ungerechtfertigten Vergleichen geschickt aus dem Weg geht.

Perfekter Indie-Pop mit teilweise recht bombastischen Arrangements für die Zeit und das damalige Umfeld. Mitte der 80er Jahre waren die Icicle Works musikalisch nämlich auf dem eher düster ausgerichteten Beggars Banquet-Label nicht ganz so gut aufgehoben. Aber diese Tatsache ändert ja nichts an der schönen Musik, besonders die Singles sind durchweg kleine Meilensteine, sondern ist vielleicht nur der Grund für den mageren kommerziellen Erfolg der Icicle Works.

  • Chumbawamba

    Wahrscheinlich liegt man nicht so falsch wenn Chumbawamba irgendwann in der Rückschau als One-Hit-Wonder auftauchen, denn "Tubthumping" war 1997 mehr als nur ein Underground-Hit und weitere Details stoßen in diesem Geltungsbereich ja allgemeinhin auf Desinteresse.

     
  • Mew

    Mew aus Dänemark hatten schon mehrere Alben aufgenommen, bevor sie im Jahre 2003 mit ihrem Album Frengers einen etwas härteren Sound anschlugen. Zuvor gerieten alle ihre Songs für meinen Geschmack etwas zu seicht, kitschig bzw. auch schwülstig, zumal die Stimme von Sänger (!) Jonas Bjerre keinerlei Anzeichen von überstandenem Stimmbruch aufzeigt. Gut, stimmlich hat sich zwar auch auf Frengers nicht viel getan, aber der Gitarren-Sound wurde insgesamt etwas härter und die Rhythmen sperriger.

     
  • Klee

    Vorab, mit Paul Klee haben Klee ungefähr soviel gemeinsam wie dieser mit Malen nach Zahlen. Wer aber trotzdem irgendwo Gemeinsamkeiten sucht, der findet sie am ehesten noch bei Paula oder 2Raumwohnung , vom New Order -Bass mal abgesehen. Ihr Song "Erinner Dich" wird 2002 zum offiziellen Popkomm -Song, was der Band zu mehr Aufmerksamkeit verhilft und David Gedge (Cinerama , The Wedding Present) zu einer englisch-akzentuierten Cover-Version animiert.