Hier findet man alle unsere Album-Kritiken und Band-Reviews in seltsamer bzw. willkürlicher Reihenfolge. Der Genre-Mix umfaßt dabei Independent, New Wave, Britpop, C86, Postpunk, Shoegazer, Madchester Rave, Gothic Rock, aber auch noch andere Stile die heute nicht mehr ganz in unser Konzept passen.

 

In ihrer kanadischen Heimat sind die Barenaked Ladies seit 1992 eine große Nummer. Hierzulande genießen sie aber bislang allerhöchstens den Status eines Geheimtips, aber was heißt schon genießen? Sicherlich wären sie gerne erfolgreicher, aber blitzsauberer Gitarrenpop mit ironischen Texten lockt nunmal nicht viele Käufer hinter dem Ofen hervor.

Dancefloor, Garagehouse, Hip-Hop, Reggae, Electro, sind einige Gefilde in denen die englischen DJs Felix Buxton und Simon Ratcliffe für ihr Basement Jaxx-Projekt wildern. Per Computer kleistern sie aus diesen Versatzstücken musikalische Irrgärten zusammen, die besonders dann begeistern wenn sie nicht zu verschachtelt daherkommen.

Von Bauhaus können sich Evanescence, Within Temptation und Nightwish mal 'ne Scheibe abschneiden. Das ist Gothic-Rock wie er ursprünglich mal sein sollte und nicht diese abgedroschene Rammstein plus Opernsängerinnen-Rezeptur.

Baxendale, benannt nach einem britischen Comic-Zeichner aus den 50er Jahren, was bei der Charakterisierung aber gar nicht weiterhilft, haben mit Subtilität nicht viel am Hut. Nein, die Synthies werden angeschmissen und dann wird gnadenlos losgebrettert, als hätte es die Pet Shop Boys nie gegeben. Eigentlich total kitschig, aber man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, daß der ganze Klamauk nicht unbedingt komplett ernst genommen werden sollte, was wiederum sympathisch ist.

Melodischer Punkrock aus Deutschland mit Ambitionen. Ambitionen deshalb, weil sich die Beatsteaks ständig weiterentwickeln, auch wenn es die Fans der ersten Stunden verprellen könnte. Aber auch "The Clash" haben damals unpopuläre Entscheidungen getroffen und damit an Originalität gewonnen. Nein, natürlich darf man die Beatsteaks nicht in einem Atemzug mit Clash nennen...

Beat The Waves - Bandfoto von Carina Schlüter

Die Band Beat The Waves wurde im Jahre 2001 von Sänger und Songwriter Marcel Sachsenröder ins Leben gerufen. Im Herbst 2007 bringen die drei Jungs aus Wuppertal nun ihr Debütalbum über Def-Riff/Soulfood in die Läden. Das Album heißt "Kids On The Street" und versammelt 14 Songs die zwischen 2003 und 2007 geschrieben wurden. Jetzt könnte man wunderbar sagen, daß sich das Songwriting über die Jahre verändert hat, der Stil ausgefeilter wurde, Prioritäten und Vorlieben sich gewandelt haben usw. Allerdings scheint Abwechslung und Vielfalt bei Beat The Waves ohnehin zum festen Programm zu gehören, also lassen wir das...

Eigentlich kann man sich nicht wirklich sicher sein, ob es sich bei Beck um ein avantgardistisches Gesamtkunstwerk, oder bloß um eine geschickte Verkaufsstrategie handelt. Andererseits ist dies aber auch völlig irrelevant, denn wenn Beck seine musikalischen Wundertüten öffnet, kann niemand vorhersagen was dieses Mal wohl drin sein wird. Allerdings hat man das Gefühl, daß die Sampling-Feuerwerke und das Antiheldentum aus den "Loser"-Zeiten endgültig der Vergangenheit angehören.

Eine schottische Band mit vielen Mitgliedern und großer Anhängerschaft. Getreu dem Motto, was nicht richtig modern ist, kann auch nicht unmodern werden, bewegen sie sich konsequent auf der Schwelle zur Popularität. Im Zweifelsfall backen Belle & Sebastian aber  lieber kleine Brötchen, damit sich die Nachfrage auf mittlerem Niveau hält und der Sell-Out vermieden wird. Dabei können sie so ziemlich alles, denn vom poppigen Ohrwurm bis hin zum ruhigen Folksong ist alles dabei und ihre Entwicklung ist mit Sicherheit noch nicht abgeschlossen.

Zwei Alben  mit gutem Post-Punk-Power-Pop ("Star", 1993 und "King", 1995), das beschreibt was die US-Band Belly während ihrer kurzen Bestehensphase zu bieten hatte. Dabei harmoniert die glasklare Stimme von Sängerin Tanya Donnelly doch so schön mit dem satten Gitarrensound. Scheinbar ist aber ein längerfristiges Bandprojekt nicht unbedingt ihre Sache, hat Tanya Donelly doch auch schon die Throwing Muses und Breeders mitbegründet. Heute ist die Amerikanerin als Solokünstlerin unterwegs und schlägt insgesamt sanftere Töne an - schade eigentlich.

Das Problem hatten wir schon an anderer Stelle - bei 1000 Mexicans oder 10000 Maniacs ist es aber viel offensichtlicher. Bei den Amerikanern von Ben Folds Five hingegen wundert es schon ein wenig, daß dieses vermeintliche Quintett nur ein Trio ist. Vor allem wenn Ben Folds bei Konzerten hinter dem Klavier sitzt, fehlt soundtechnisch nämlich schon der ein oder andere Gitarrist. Der Stereoanlage ist das aber egal und wenn man ehrlich ist liegen die Stärken von Ben Folds Five sowieso in den melancholischen Balladen gepaart mit Bens scharfsinnigen Texten.

  • Blondie

    Die US-Band Blondie, benannt nach ihrer superblonden Sängerin, zählt zu den wichtigsten Vertretern der US-New Wave-Bewegung, obwohl sie ihre größten Erfolge hauptsächlich in England bzw. Europa feiern konnte. Innerhalb ihrer aktiven Zeit von 4 Jahren (1978-1982), hatten Blondie dauerhaften Chart-Erfolg, und zahlreiche Top-Ten-Hits. Darunter so tolle Singles wie Denis, Hanging on the telephone, Heart of glass, Sunday girl, Atomic, Call me, The tide is high und Rapture.

     
  • Art Brut

    1992 war ein gutes Jahr, da gab es so witzige Songs wie "Where's me jumper" von den Sultans Of Ping FC und auch eine seltsame 2-Mann-Gitarren-Drumcomputer-Band wie Carter USM war extrem erfolgreich. Die Geschichte lehrt uns aber, daß solche exzentrischen Kunstprodukte im Allgemeinen nicht sehr langlebig sind.

     
  • Editors

    Wem die musikalische Grundversorgung mit zwei Interpol-Alben nicht ausreicht, der kann seit dem 25. Juli 2005 auch zum Editors-Album "The Back Room" greifen. Die Editors, wohlgemerkt ohne vorangestelltes "The", kommen aus Birmingham und dürfen deshalb als die englische Antwort auf Interpol angesehen werden, denn nicht nur stimmlich erinnert so einiges an die erfolgreichen New Yorker.