Hier findet man alle unsere Album-Kritiken und Band-Reviews in seltsamer bzw. willkürlicher Reihenfolge. Der Genre-Mix umfaßt dabei Independent, New Wave, Britpop, C86, Postpunk, Shoegazer, Madchester Rave, Gothic Rock, aber auch noch andere Stile die heute nicht mehr ganz in unser Konzept passen.

 

Hier mal wieder ein fulminanter Vertreter der Schwedenrock-Fraktion. Im Stil einer gut kalkulierten Auftragsarbeit durchspülen die Caesars gekonnt die ausgetrockneten Ohren in aller Welt. Auf dem Plan steht dabei ein leicht psychedelischer 60s-Garagen-Rock mit der obligatorischen Schweineorgel. Wer jetzt ein paar gezielt gesetzte Farbtupfer erwartet, wird mit Action Painting überrascht. Hier wird man mit potentiellen Singles und Hitideen zugekleistert, was die Werkschau "39 Minutes Of Bliss (In An Otherwise Meaningless World)" (2003) für alle neuen Fans und Nicht-Schweden wunderbar dokumentiert.

Cairo - Bandfoto

Die Band Cairo wurde 2005 von den beiden Bassisten Thomas Thiel und Michael Wright gegründet - letzterer stammt ursprünglich aus Seattle. Verstärkt wird die Münchner Band durch den Schlagzeuger Martin Dorfner und die Sängerin Nina Kuhlig. Jetzt, im Herbst 2007, haben Cairo ihr Debütalbum "The Armies Of Compassion" veröffentlicht, ein Kraftakt mit insgesamt 18 Songs. Dementsprechend vielseitig und vielschichtig sollte es dann natürlich auch zur Sache gehen und das tut es auch. Desöfteren wird die Bassisten-, Gitarristen- und Songwriter-Rolle gewechselt und auch bei den Gesangsparts verhält es sich ähnlich. Eine exakte Einordnung fällt deshalb nicht gerade leicht.

Mangelnden Wiedererkennungswert kann man der kalifornischen Band Cake nun wirklich nicht vorwerfen. Die funkigen Bassläufe, der permanente Trompeteneinsatz und der markante (Sprech-) Gesang mit sarkastischen Texten führte zu einem ganz eigenen Stil. Mit der Coverversion von "I will survive" wurden Cake dann 1997 auch in Deutschland bekannt und sind seitdem auch hier mehr als nur ein Geheimtip. Allerdings darf nicht unterschlagen werden, daß dieses klare Erfolgsrezept in Zukunft auch Abnutzungserscheinungen unterliegen dürfte.

Was gibt's Neues? Eigentlich nichts, es sei denn der tanzwütige Däne möchte auch mal auf die Musik von "The Killers" abrocken, ohne gleich unpatriotisch werden zu müssen. Für diesen Fall hat die dänische Band Campsite jetzt ihr Debütalbum "Names, Dates And Places" im Angebot. Insgesamt eine sehr eingängige Platte mit tanzbarem Indie-Rock, etwas weniger Energie als die zuvor genannten Killers, aber auch nicht so melancholisch und vielschichtig wie z.B. Interpol. Produziert wurde das Album vom Holländer Minco Eggersman (Sally Forth Records) und der Höhepunkt (Single-Tipp!) der CD ist mit Sicherheit der Song "In Case You Want To Talk It Out".

Eine dänische Band, die den Sprung ins Ausland schafft. Vielleicht auch nicht. Carpark North möchten es gern allen recht machen: Pop, Elektro und Rock wird da wild durcheinander gemischt. Und genau das ist ihr Problem. Auf ihrem Auslanddebüt, passenderweise "All Things To All People" betitelt, klingt manches so unglaublich gut. Und zwar die Lieder, die nicht zwanghaft alle Richtungen verbinden. In gut der Hälfte allerdings werden atmosphärische Strophen durch unpassende bis disharmonische Refrains zerstört, die klingen, als wäre den Jungs nach der Strophe nichts mehr eingefallen.

Die musikalischen Wurzeln von Carter USM (für Carter The Unstoppable Sex Machine) lagen eindeutig im Punkrock, aber der Einsatz von energiegeladenen Keyboard-Sounds und einem dauerhaft ratternden Drum-Computer, verhalf zu einem eigenartigen Stilmix. Dieser Hi-Speed-Gitarrenpop paßte zwar nicht unbedingt zum hypnotischen Manchester-Rave-Sound von 1991, aber beliebt und tanzbar war er allemal.
So konnte 1992 - The Love Album den ersten Platz der Charts in Großbritannien erreichen und mit der Single "The Impossible Dream" versuchten Carter USM sogar den im Vereinten Königreich traditionell sehr beliebten Weihnachtshit zu landen. Insgesamt eine sehr sympathische Band der 90er mit viel Humor und brillianten Ideen.

Eine eher unspektakuläre Synthi-Pop-Formation der 80er Jahre war China Crisis. Ihre sanften und vertäumten Popsongs waren zwar allesamt sehr nett und vortrefflich arrangiert, aber durch die fehlenden Ecken und Kanten auf Dauer auch ziemlich einschläfernd.

Wahrscheinlich liegt man nicht so falsch wenn Chumbawamba irgendwann in der Rückschau als One-Hit-Wonder auftauchen, denn "Tubthumping" war 1997 mehr als nur ein Underground-Hit und weitere Details stoßen in diesem Geltungsbereich ja allgemeinhin auf Desinteresse.

Das Schlagzeug rumpelt und die Percussion scheppert, die markdurchdringende Stimme von Sänger Nathan Willet legt sich behauptend darüber, daneben wummert der Bass. Dies sind, kurz gesagt, die Cold War Kids aus Kalifornien, ein nicht mehr ganz unbekannter Hype aus dem Myspace- und Blog-Umfeld. Immerhin haben die vier Kalifornier in den letzten zwei Jahren auch schon 3 EPs (Mulberry Street EP, With Our Wallets Full EP, Up In Rags EP) veröffentlicht. Aus diesem Fundus rekrutiert das Debütalbum der Cold War Kids vornehmlich seine Songs.

Cord, bzw. C/O/R/D, sind eine vergleichsweise alte Band. Mehr als 4 Jahre versuchten die Mittzwanziger aus Norwich vergeblich einen Plattenvertrag zu bekommen, bevor sich im Jahre 2004 Sony, East West und Island Records quasi um die Band prügelten. Island bekam den Zuschlag und ein Vertrag über 5 Alben wurde unterzeichnet. Danach wurde das Debüt-Album aufgenommen, einmal mit dem Coldplay-Produzenten Danton Supple, dann ein zweites Mal mit dem Produzenten Martin "Youth" Glover (Killing Joke, Producer von The Verve, Embrace, James, The Music), da viele Songs anfänglich etwas zu steril und perfekt klangen.

  • Silversun Pickups

    In den USA konnten die Silversun Pickups schon im Jahre 2006 mit ihrem Alternative-Hit "Lazy Eye" und der zugehörigen EP "Pikul" Aufmerksamkeit und Airplay erlangen - den obligatorischen Auftritt bei David Letterman eingeschlossen. Jetzt steht auch das Debutalbum " Carnavas " bei uns in den Startlöchern bzw. der Importpreis befindet sich bereits auf einem erträglichen Niveau.

     
  • Mathew James White

    Mathew James White ist ein ursprünglich aus Neuseeland stammender Singer/Songwriter, der seit 2006 in Berlin lebt. Er gehört damit zu jener mutigen Spezies von Musikern, die oftmals in dunklen Bars und Clubs auf Hockern sitzen und mit einer Akustikgitarre gegen das allgemeine Publikumsgemurmel anspielen. Ob ihm dies live auch gelingt wissen wir natürlich nicht, aber auf der CD " Acoustic Guitars & Ooh La La's " kommt Mathew James White mit seiner kraftvollen, charismatischen Stimme gut rüber.

     
  • Steep

    Plattenfirmen fahren nur dann längerfristige Gewinne ein, wenn sie Bands herausbringen bzw. produzieren, die auch dauerhaft präsent sind und künstlerisches Potential offenbaren. Selbsternannte Retortencombos mit immer kürzeren Halbwertszeiten stehen aber dort auf den Plänen zur Bedarfserfüllung. Deshalb darf man sich auch nicht wundern, daß die Musikindustrie in den letzten Jahren immer größere Verluste bejammert und junge, ehrgeizige Bands wie Steep aus München bereits ihr drittes, selbstproduziertes Album im Eigenvertrieb veröffentlichen müssen.